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Wetter: Emsüberführung verschoben „Quantum“ verlässt Meyer Werft am Montagnachmittag

Fest vertäut liegt die „Quantum of the Seas“ noch im Papenburger Werfthafen. Foto: Christoph AssiesFest vertäut liegt die „Quantum of the Seas“ noch im Papenburger Werfthafen. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Das neue Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft, die „Quantum of the Seas“, wird am Montagnachmittag über die Ems in Richtung Nordsee überführt. Zuvor hatte Werftsprecher Peter Hackmann am Donnerstag in einem Gespräch mit unserer Zeitung betont, der Zeitplan stehe allerdings aufgrund der sprunghaft wechselnden Wettervorhersagen „dieses Mal besonders unter Vorbehalt.“

Update von Montag, 13 Uhr: Die „Quantum of the Seas“ verlässt die Meyer Werft ab 15 Uhr am Montag, 22. September. Hier geht es zum aktuellen Artikel.

Einer Mitteilung der Werft zufolge war die Passage der Dockschleuse am Sonntag für 14 Uhr geplant. Die Durchfahrt durch die Friesenbrücke in Weener war gegen 17.15 Uhr vorgesehen, die Jann-Berghaus-Brücke sollte gegen 19.30 Uhr erreicht werden. Am Sonntagmittag teilte die Werft dann mit, die Überführung des Schiffes erfolge aufgrund des Wetters frühestens am Montagabend.

Mit der Sperrung des Emstunnels und der Jann-Berghaus-Brücke für die Passage des Schiffes droht zur Überführung ein Verkehrschaos im Rheiderland und um Leer. „Wir gehen davon aus, dass der Verkehr stehen wird“, sagte Joachim Rediker von der Polizeiinspektion Emden/Leer bereits vor dem Überführungstermin. Er wolle keine Prognose wagen, bis wohin der Stau reiche, so der Beamte. Rediker wies mit Nachdruck auf die weiträumige Umleitung des Fernverkehrs hin. Die Verkehrsteilnehmer sollten an der Anschlussstelle Dörpen die Autobahn 31 verlassen und der ausgeschilderten Umleitungsstrecke folgen. „Wenn sie das nicht machen, stehen sie halt im Stau“, so Rediker. Wie bei jeder Schiffspassage seien einige Beamte zusätzlich im Einsatz, wenn die „Quantum of the Seas“ überführt werde.

Ursprünglich war geplant, dass das Schiff am frühen Montagmorgen gegen 0.15 Uhr das Emssperrwerk bei Gandersum passieren sollte. „Alles hängt davon ab, wie hoch die Tide am Sonntagmittag in der Ems aufläuft“, erläuterte Reinhard Backer vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Aurich. Der NLWKN schloss am Sonntag gegen 12 Uhr die Tore des Ems-Sperrwerks, damit wird die Ems zwischen Papenburg und Gandersum auf einer Länge von 30 Kilometern aufgestaut. Dann kommen die Pumpen im Emssperrwerk ins Spiel, um den für die Überführung notwendigen Wasserstand herzustellen. Die sechs Pumpen im Sperrwerk schaffen pro Sekunde 100 Kubikmeter. Das Schiff hat einen Tiefgang von rund acht Metern. Wie der NLWKN am Donnerstag weiter mitteilte, werde es im Wesentlichen darum gehen, den Wasserstand in der Ems um mindestens einen weiteren Meter zu erhöhen. „Es hängt natürlich auch davon ab, wie hoch der Wasserstand nach dem Schließen der Sperrwerkstore ist“, erläuterte Backer.

Die Überführung des bisher größten auf der Meyer Werft gebauten Kreuzfahrtschiffes wird erneut von der Lotsenbrüderschaft Emden durchgeführt. Das Team hat nach Angaben der Werft das Manöver an einem Simulator im niederländischen Wageningen trainiert.

Nach der Ankunft in Eemshaven wird das Kreuzfahrtschiff eine Einstellungsfahrt auf der Außenems unternehmen. Später wird die „Quantum of the Seas“ für letzte Arbeiten am Columbus-Kai in Bremerhaven festmachen, bevor Probefahrten auf der Nordsee anstehen.