Haft auf Bewährung und Geldstrafen Raub und versuchte Freiheitsberaubung in Papenburg

Zwei Männer sind vom Amtsgericht Papenburg wegen Freiheitsberaubung und Raubin einem minderschweren Fall verurteilt worden. Symbolfoto: ColourboxZwei Männer sind vom Amtsgericht Papenburg wegen Freiheitsberaubung und Raubin einem minderschweren Fall verurteilt worden. Symbolfoto: Colourbox

Papenburg. Das Amtsgericht Papenburg hat am Donnerstag zwei 24 Jahre alte Männer zu Haft- und Geldstrafen verurteilt. Während beide der versuchten Freiheitsberaubung für schuldig befunden wurden, verurteilte das Gericht einen der Angeklagten auch wegen Raubes in Tateinheit mit Körperverletzung an dem Opfer, einer 30-jährigen Escort-Dame.

Das Strafmaß beträgt für den Hauptangeklagten ein Jahr und drei Monate Haft, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Ebenfalls muss der Täter dem Opfer 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen sowie 750 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung entrichten. Der zweite Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt. Beide Täter sowie auch das Opfer standen zur Tatzeit unter Alkohol- und Drogeneinfluss.

Der Tathergang stellte sich vor Gericht wie folgt dar: In den frühen Morgenstunden des 1. Dezember letzten Jahres haben die beiden Angeklagten ihr Opfer unter dem Vorwand, Geldschulden bei ihr begleichen zu wollen, auf den Parkplatz einer Papenburger Gaststätte gelockt. Opfer und Täter kannten sich, da die Angeklagten Klienten des Rotlicht-Etablissements waren, in dem die Geschädigte arbeitete.

Als das Opfer gegen 4.30 Uhr morgens auf dem Parkplatz eintraf, hielt sie der eine Täter an Armen und Haaren von hinten fest, während der zweite nach ihren Beinen griff. Ziel der Beschuldigten war es offenbar, die 30-Jährige in ein Auto zu zerren. In dem Glauben, das sie vergewaltigt werden sollte, versuchte die Frau sich zu befreien und schrie um Hilfe. Daraufhin schlug sie der Hauptangeklagte mit der Faust ins Gesicht. Das Opfer fiel zu Boden, worauf es von dem Täter mit mindestens einem Tritt malträtiert wurde. Anschließend stieg er mit einem Fuß auf ihre Brust und packte sein Opfer an der Jacke. Dabei entwendete er ihr Mobiltelefon.

Durch die Schreie wurde ein Passant auf die sich abspielende Straftat aufmerksam. Durch sein Erscheinen am Tatort ließen die Täter von ihrem Opfer, das Schürfverletzungen sowie eine Platzwunde davontrug, ab und verschwanden.

Der Richter folgte in seinem Urteil weitestgehend dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Die Angeklagten waren größtenteils geständig. Der Version der Verteidiger, das Handy sei nur zufällig während des Handgemenges entwendet worden und am Tatort verloren gegangen, folgte das Gericht nicht, da die SIM-Karte im Auto gefunden wurde. Somit wurde Absicht unterstellt, was das Gericht als Raub in minder- schweren Fall bewertete.