Keine Beanstandungen von Finanzbehörden Klahsen in Aschendorf befürchtet Einbußen durch Pkw-Maut

Von Hermann-Josef Mammes


Aschendorf. Das Traditionsunternehmen Klahsen in Aschendorf befürchtet starke finanzielle Einbußen durch eine Pkw-Maut. Deshalb wird eine geplante Erweiterung vorerst nicht realisiert. Weitere Konsequenzen zeigten die Geschäftsführer Dirk und Jutta Schämann im Gespräch mit unserer Redaktion auf.

Die Bundesregierung plant die Pkw-Maut. Befürchten Sie als großer grenznaher Einzelhändler Einbußen?

Eindeutig ja! Allein als 2012 die Winterreifenpflicht in Deutschland eingeführt wurde, mussten wir bis zu 10 Prozent Umsatzeinbußen hinnehmen, weil viele holländische Kunden ausblieben. Wir mussten damals große Überzeugungsarbeit leisten, damit die Niederländer wieder bei uns in Aschendorf einkaufen.

Wie hoch ist der Anteil der Niederländer in Ihren beiden Geschäften generell?

Er liegt bei rund 20 Prozent. Viele kommen in regelmäßigen Abständen nach Aschendorf. Es gibt zudem ein Preisgefüge zwischen den beiden Ländern. Die Niederländer schauen deshalb oft auf die Etiketten mit den EU-Preisen und vergleichen.

Könnte ein Maut-freier Korridor den finanziellen Schaden begrenzen?

Ein Maut-freier Korridor könnte zwar helfen, aber das Problem keineswegs komplett lösen. Wir haben ein großes Einzugsgebiet und werben im Umkreis von 100 Kilometern bis vor die Tore Groningens. Zudem befürchten wir, dass die hohen bürokratischen Kosten die Maut- Einnahmen weitgehend auffressen würden und sie damit für den dringend notwendigen Straßenbau gar nicht zur Verfügung stünden.

Klahsen hat sich in den vergangenen Jahren konsequent vergrößert. Gibt es aktuell neue Zukunftspläne?

Tatsächlich wollen wir unsere Verkaufsfläche im Bereich Schuhe & Mode um 400 Quadratmeter erweitern. Die genehmigungsrechtlichen und planerischen Voraussetzungen liegen bereits vor. Allerdings warten wir jetzt erst einmal ab, wie sich die Maut-Debatte weiterentwickelt, bevor wir erneut investieren.

Sie haben sich schon früh speziell auf ihre niederländische Kundschaft eingestellt...

Wir beschäftigen auch niederländische Mitarbeiterinnen und schulen unser deutsches Personal gezielt durch Sprachkurse bei der Volkshochschule.

Aufgrund Ihrer Betriebsgröße und Personalstruktur haben die Finanzbehörden doch bestimmt ein besonders waches Auge auf Ihre beiden Unternehmen in Aschendorf?

Unsere Unternehmen werden aufgrund der Umsatzgröße als Großbetrieb eingestuft. Somit werden turnusgemäß von den Finanzbehörden alle vier Jahre in beiden Häusern über mehrere Wochen sowohl die betrieblichen als auch personellen Belange geprüft. In diesem Jahr waren die Prüfer bereits im Haus, und wie in Vorjahren gab es sowohl im Schuh- und Modehaus als auch im Sporthaus Klahsen keine Beanstandungen.