Neuer Standort nach 40 Jahren Katasteramt Papenburg zieht nächste Woche um

Von Gerd Schade


Papenburg. Ein Stapel noch nicht aufgefalteter Umzugskartons lehnt an der Wand im Eingangsbereich, die Möbel sind mit kleinen Etiketten beschriftet und die ersten Aktenordner bereits verstaut: Die Mitarbeiter des Katasteramts Papenburg rüsten sich für den Umzug ihrer Behörde.

Fast genau 40 Jahre nach dem Auszug aus dem heutigen Gebäude des Polizeikommissariates wechselt das Amt in Papenburg erstmals wieder seinen Standort. Das stellt Dezernatsleiter Ralf Kuncke und seine 15 Kollegen vor eine Herausforderung – nicht nur logistisch. Denn neben den Vorbereitungen für den Umzug gehen die Amtsgeschäfte weiter. Lediglich am 25. und 26. September wird die Behörde wegen des Standortwechsels geschlossen sein. Neue Heimat des Katasteramtes werden Räume im ersten Obergeschoss des Gebäudes der Agentur für Arbeit, genauer gesagt die Büros an der Straße Am Stadtpark 10.

„Außer der Adresse ändert sich aber nichts“, sagt Kuncke. Grund für den Umzug ist, dass der Besitzer des bisherigen Amtshauses an der Moorstraße Eigenbedarf für die Räume angemeldet hat. Überlegungen, wonach das Bahnhofsgebäude das neue Domizil der Behörde werden könnte, hatten sich zum Bedauern der Stadt Papenburg zerschlagen.

Die Vorbereitungen für den Umzug laufen Kuncke zufolge seit etwa drei Monaten. Jedem Mitarbeiter sind zunächst drei Umzugskartons zugedacht. Doch damit lässt sich der Standortwechsel mit Büroeinrichtung, Großdruckern und Zentralrechner natürlich nicht bewältigen. Das zeigt auch ein Blick ins Archiv im Keller. Dort lagern Unterlagen seit Gründung der Katasterbehörden im Jahr 1870. Sozusagen als Beweis zieht Kuncke einen 144 Jahre alten Reinkartenatlas aus dem Regal, der unter anderem eine fein säuberlich gezeichnete Gemarkungskarte der Gemeinde Walchum mit den damaligen Liegenschaften zeigt.

Was kann weg?

Dass Dinge wie diese so lange aufbewahrt werden, hat seinen Grund. „Wir müssen den Zustand einer Liegenschaft zu jeder Zeit reproduzieren können, beispielsweise, wenn Eigentumsverhältnisse zu klären sind“, erläutert Kuncke, der die Behörde seit 2010 leitet. Die Bestände mit Kartenwerk und Liegenschaftsbüchern seien inzwischen zwar umfassend digitalisiert. Trotz dieses „Zehn-Jahre-Projektes“ müsse jedoch der Rückgriff auf die Originalunterlagen möglich sein. So umfasst allein das Rollarchiv im Keller etwa 200 Regalmeter mit Aktenordnern. Ebenfalls klassisch pflegt die Behörde eine Bibliothek unter anderem mit alten Vorschriften, deren Inhalte sich Kuncke zufolge nicht im Internet nachschlagen lassen, die aber durchaus heute noch von Bedeutung sein können.

Und doch bietet der anstehende Umzug Gelegenheit, die Bestände zu sichten und gegebenenfalls zu sortieren. Dabei gibt es im Prinzip drei Möglichkeiten: 1. Was muss mit? 2. Was kann weg? 3. Was muss woanders hin? Letzteres gilt beispielsweise für Unterlagen, die zur langfristigen Aufbewahrung ins Niedersächsisches Landesarchiv nach Osnabrück transportiert werden, wo sie Bürger zu Recherchezwecken in Anspruch nehmen können.

Für Ralf Kuncke, der seine Ausbildung 1982 in Papenburg begann und durchgängig seit 1998 in der Fehnstadt Dienst tut, bedeutet der Umzug eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude. „Ich kenne bisher nur diesen Standort. Er ist einem ans Herz gewachsen. Und trotzdem freue ich mich auch auf das Neue.“.

Öffnungszeiten: montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr, montags bis donnerstags von 14 bis 15.30 Uhr und nach Vereinbarung. Telefon: 04961/98820. E-Mail: rd-mep-postfach-dez54@lgln. niedersachsen.de .


Das Katasteramt Papenburg ist Teil des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung (LGLN) Niedersachsen, Regionaldirektion Osnabrück-Meppen. In den insgesamt neun Regionaldirektionen werden unter anderem die Aufgaben der Vermessungs- und Katasterverwaltung (Geoinformation und Liegenschaftskataster) in Niedersachsen wahrgenommen. Bei den Katasterämtern wird der amtliche Nachweis der Liegenschaften (Flurstücke und Gebäude) auf der Grundlage eines landesweit einheitlichen Bezugssystems geführt. Zu den Vermessungsleistungen der Katasterämter gehören die Durchführung von Grenzfeststellungen und Zerlegungsvermessungen, Gebäudevermessungen, Grenzanzeigen und Sonderungen.

Weitere Infos: www. gll.niedersachsen.de