Verein finanziell angeschlagen Zukunft des Tierheims in Stapelmoor offen

Von Holger Szyska

Tierheim-Leiterin Iris Holzapfel hofft, dass andere Kommunen dem Papenburger Beispiel folgen. Das Foto zeigt sie bei einem Tierheim-Besuch von Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (l.) und Ordnungsamtsleiter Matthias Heyen. Foto: Stadt PapenburgTierheim-Leiterin Iris Holzapfel hofft, dass andere Kommunen dem Papenburger Beispiel folgen. Das Foto zeigt sie bei einem Tierheim-Besuch von Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (l.) und Ordnungsamtsleiter Matthias Heyen. Foto: Stadt Papenburg

Papenburg/Stapelmoor. Die finanzielle Lage des „Tierschutz Rheiderland“ ist prekär – so prekär, dass der Verein die Reißleine gezogen und die Verträge mit den Rheiderland-Kommunen zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt hat. Derzeit ist somit offen, ob das Tierheim in Stapelmoor im nächsten Jahr noch in bestehender Form betrieben werden kann. Das könnte auch die Stadt Papenburg treffen, die das Tierheim ebenfalls seit Jahren nutzt.

„Wir haben es mit dem kreisenden Pleitegeier über uns immer noch geschafft, das Ruder herumzureißen“, sagt Kassenwartin Kerstin Broek. Doch aus den laufenden Betriebskosten habe sich inzwischen ein Defizit von rund 25.000 Euro angehäuft. „Das ist noch vorsichtig kalkuliert.“ Die Zuschüsse der Kommunen und des Landkreises Leer würden nicht mehr ausreichen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Dazu trage auch die schwierige personelle Situation bei. Denn die bislang zu 100 Prozent vom Bundesverwaltungsamt finanzierten Mitarbeiter aus dem Projekt „Bürgerarbeit“ stünden dem Verein nicht mehr zur Verfügung. Verblieben seien zwei Vollzeitkräfte und eine Auszubildende. „Ohne drei weitere Vollzeitkräfte können wir nicht über die Runden kommen“, sagt Broek angesichts der hohen Zahl von Fundtieren. In dem Tierheim sind zurzeit allein gut 150 Katzen untergebracht.

Nach Angaben von Dieter Backer, Sprecher des Landkreises Leer, arbeite der Erste Kreisrat Rüdiger Reske an einem Konzept, um die Aufnahme von Fundtieren im Rheiderland auch zukünftig gewährleisten zu können.

Die Zuschüsse der Rheiderland-Kommunen orientieren sich an den jeweiligen Einwohnerzahlen. Die Stadt Papenburg zahlt 50 Euro pro Katze und 100 Euro pro Hund. Außerdem startete jetzt der von der Fehnstadt eingerichtete Kastrationsfonds. Der Fonds wird vom „Tierschutz Rheiderland“ verwaltet und zunächst mit 2000 Euro ausgestattet. Für die Kastration von Katzen gibt es einen Zuschuss von 50 Euro, sodass ein Halter noch 75 Euro zahlen muss. Bei einem Kater gibt es 30 Euro Zuschuss, der Halter zahlt 55 Euro dazu. Tierschutz-Vorsitzende Iris Holzapfel hofft, dass andere Kommunen Papenburger Beispiel folgen. Formulare für den Fonds gibt es laut Stadt beim Tierarzt.