Ortsbürgermeister schlägt Alarm Leerstände in Aschendorf verkommen zu Schandflecken

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Aschendorf. Seit Jahren ärgern sich die Aschendorfer über diverse Ladenleerstände im Ortskern. Fast noch schlimmer ist nach Auffassung von Ortsbürgermeister Friedhelm Führs (CDU) allerdings, dass einige der ungenutzten Gebäude regelrecht zu Schandflecken verkommen.

Führs schlägt darum nun öffentlich Alarm. Er sieht die Eigentümer in der Pflicht, zumindest für ein ansehnliches äußeres Erscheinungsbild zu sorgen. Doch bei denen stieß sein Ansinnen bislang offenbar auf taube Ohren. In einem Gespräch mit unserer Zeitung am Donnerstag regt der Ortsbürgermeister deshalb an, gemeinsam mit der Papenburger Stadtverwaltung darüber nachzudenken, ob sich nicht eine rechtliche Grundlage schaffen lässt, um die Eigentümer in die Pflicht zu nehmen. „Für viele Bürger ist es nur schwer nachvollziehbar, dass Einzelne ihre Liegenschaft vernachlässigen und das Ortsbild dadurch stellenweise fast hässlich wird“, sagt Führs.

Ein besonders großer Dorn im Auge ist dem Ortsbürgermeister, der auch Vorsitzender der Aschendorfer Kaufmannschaft ist, das immer noch ein wenig futuristisch anmutende Bürogebäude am alten Marktplatz, in dem einst die Reederei Schepers residierte. Der Komplex ist seit Jahren ungenutzt, in seinem unmittelbaren Umfeld wuchert Unkraut. „Seit Wochen“, wie Führs sagt, klafft außerdem ein längliches Loch mitten in der Frontverglasung. „Wenn es schon so weit ist, dann dauert es womöglich nicht mehr lange, bis das einst modernste und von der Reederei penibel gepflegte Gebäude zu einer Ruine verkommt“, drückt Führs seine Befürchtung aus. Aktuell befinde sich der Bau im Besitz einer niederländischen Gesellschaft. Der Ortsbürgermeister ärgert sich aber auch über den aus seiner Sicht ungepflegten Seiteneingang der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Kein Patentrezept

Auch was die Ladenleerstände vornehmlich entlang der Ortsdurchfahrt angeht, wünscht sich Führs ein größeres Engagement der Eigentümer. „Für den Stadtteil ist es schon schwierig genug, dass wir im gewerblichen Bereich Leerstände haben. Schade, dass sich einige Eigentümer keine Mühe machen, die Gebäude wenigstens ein bisschen freundlicher zu gestalten. Man könnte beispielsweise das Schaufenster doch trotzdem dekorieren“, schlägt der Ortsbürgermeister vor.

Fast keine Resonanz habe es auf den Vorschlag der Kaufmannschaft an die Ladenbesitzer gegeben, Jungunternehmern Räume anfangs mietfrei zur Verfügung zu stellen. „Die haben uns wahrscheinlich gar nicht ernst genommen. Dabei ist das doch immer noch besser als Leerstand“, meint Führs. Vielleicht ließen sich auch über Gespräche zwischen dem Gebäudemanagement der Stadtverwaltung und den Eigentümern gemeinsam Lösungswege finden, hofft er.

Ein Patentrezept gegen die Leerstände gebe es leider nicht. „Wir haben auf das Problem bislang keine Antwort“, räumt Führs eine gewisse Hilflosigkeit ein. Ob es die über das Städtebauprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ des niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung geben wird, ist offen. Zusammen mit Rhede und Lehe hatte sich Aschendorf für 2015 um die Aufnahme in das Programm beworben. „Das ist gut, aber auf jeden Fall auch langwierig“, sagt Führs.

Die Ursachen für die aktuelle Situation im Ortskern in der Vergangenheit zu suchen, als die Politik dem Einzelhandel den Weg ins Gewerbegebiet öffnete, hält Führs für falsch. „Anders hätte sich doch ein Unternehmen wie das Schuhhaus Klahsen niemals zu einem der größten Anbieter seiner Branche in Nordwestdeutschland entwickeln können.“ Dass in dessen Sog sukzessive andere Einzelhändler ebenfalls ins Gewerbegebiet abgewandert seien, sei dann nicht mehr zu verhindern gewesen.


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