Für drei Millionen Euro Rheder Firma baut Seniorenwohnungen in Papenburg

Von Gerd Schade

Ein Gebäudekomplex mit zwölf Mietwohnungen für Senioren soll ab 2015 an der Margaretha-Meinders-Straße entstehen. Grafik: Terfehr/Architekturbüro EdenEin Gebäudekomplex mit zwölf Mietwohnungen für Senioren soll ab 2015 an der Margaretha-Meinders-Straße entstehen. Grafik: Terfehr/Architekturbüro Eden

Papenburg. Die Stadt Papenburg bekommt eine weitere Seniorenwohnanlage. Im Kapitänsviertel will das Bauunternehmen Terfehr aus Rhede einen Gebäudekomplex mit zwölf Mietwohnungen errichten. Das Investitionsvolumen umfasst rund drei Millionen Euro. Gebaut werden soll ab 2015. Die Fertigstellung ist für Anfang 2016 vorgesehen.

Entstehen soll die Anlage auf einer Fläche an der Margaretha-Meinders-Straße. Zusätzlich zu den Wohnungen ist nach Angaben des Bauunternehmers Gerrit Terfehr ein Tagespflegebereich für etwa 20 Gäste in Planung. „Des Weiteren ist eine Begegnungsstätte für Senioren geplant“, so Terfehr. Überdies stehen nach seinen Worten insgesamt weitere 600 Quadratmeter Fläche für eine ergänzende Nutzung beispielsweise durch eine Arzt- oder Krankengymnastik-Praxis zur Verfügung.

Die Kosten für die Mietwohnungen sind Terfehr zufolge vergleichbar mit denen eines Pflegeheimplatzes, „wobei die Kostenübernahme durch die Sozialversicherung und gegebenenfalls den Landkreis ebenso sichergestellt ist“. Der Unternehmer hält das Projekt vor dem Hintergrund des wachsenden Altersdurchschnitts der Menschen in der Region für ein zukunftsfähiges Modell.

Auf jeden Fall liegt es im Trend. Denn im Emsland ist allein die Zahl der Betreuungstage in der Tagespflege von 7350 im Jahr 1997 auf mehr als 55500 im vergangenen Jahr gestiegen. Sie verteilen sich auf 317 Tagespflegeplätze und wurden der jüngsten Statistik der Kreisverwaltung zufolge 2013 von 916 Menschen in Anspruch genommen. Papenburg verfügt zurzeit über 98 Plätze in der Tagespflege.

Die Zahl der Seniorenwohnungen im Landkreis liegt aktuell bei knapp 1900. In Papenburg entstehen zurzeit 20 weitere Mieteinheiten auf dem Gelände hinter dem Alten Amtshaus beim Hotel Park Inn. Investor ist hier die Tilia Immobilien für betreutes Wohnen GmbH aus Walchum (wir berichteten). Das Finanzvolumen umfasst wie bei dem Terfehr-Projekt ebenfalls rund drei Millionen Euro.

200 Pflegeplätze frei

Aber auch das Angebot von Pflegeplätzen in der Fehnstadt wird weiter ausgebaut. So beabsichtigt das Papenburger Bauunternehmen Bunte, auf firmeneigenen Flächen unmittelbar neben dem Marien-Hospital am Hauptkanal ein Senioren- und Pflegeheim mit etwa 65 Pflegeplätzen zu errichten.

Papenburg verfügt derzeit bereits über 233 Dauerpflegeplätze, in Rhede sind es 41, in der Samtgemeinde Dörpen 60, in Lathen 48, in Sögel 43, in Werlte 56 und in Nordhümmling 66.

Die Zahl der stationären Pflegeplätze im Emsland ist seit 1980 von 586 auf aktuell gut 2300 gestiegen. Davon sind zurzeit mehr als 200 nicht belegt. „Dennoch ist auch weiterhin eine Bautätigkeit zu verzeichnen“, sagt Kreissprecherin Anja Rohde auf Nachfrage unserer Zeitung. Etwa bis 2004 hielten sich der Statistik des Landkreises zufolge Angebot und Nachfrage ungefähr die Waage. Seitdem ist das Angebot stets größer.

Wie Rohde weiter mitteilt, ist insbesondere in Papenburg eine Tendenz festzustellen, wonach ambulant betreute Wohngemeinschaften eingerichtet werden. Derartige Alternativangebote „mit Synergieeffekten bei der Pflege“ würden sich negativ auf die Nachfrage nach der stationären Pflege auswirken. Hinzu kommt, dass gegenwärtig etwa 6400 Menschen im Emsland zuhause betreut werden.

Eine Möglichkeit, die Errichtung von Pflegeplätzen zu steuern, gibt es Rohde zufolge nicht. „Bis vor zehn Jahren haben wir als zuständige Behörde dem Bau einer Einrichtung zustimmen müssen, damit eine Förderung erfolgen konnte. Das ist vom Gesetzgeber geändert worden, da hier die Auffassung vertreten wird, dass der Markt Angebot und Nachfrage regeln wird.“ Aus Sicht der Papenburger Stadtverwaltung gibt es nach Angaben von Pressesprecher Heiko Abbas im Hinblick auf die Versorgungssituation im Stadtgebiet derzeit „weder in die eine noch in die andere Richtung große Probleme“.