Stahlträger umgestürzt Verfahren wegen Arbeitsunfall in Dörpen eingestellt

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Dreieinhalb Jahre nach einem Arbeitsunfall in Dörpen ist das Berufungsverfahren gegen einen 44-jährigen Mann eingestellt worden. Symbolfoto: dpaDreieinhalb Jahre nach einem Arbeitsunfall in Dörpen ist das Berufungsverfahren gegen einen 44-jährigen Mann eingestellt worden. Symbolfoto: dpa

Papenburg. Dreieinhalb Jahre nach einem Arbeitsunfall in Dörpen ist das Berufungsverfahren gegen einen 44-jährigen Mann aus der Grafschaft Bentheim vor dem Strafgericht in Papenburg eingestellt worden. Der Angeklagte wurde beschuldigt, als Bauleiter den Unfall durch fahrlässige Sicherung von Stahlträgern verursacht zu haben.

Der Grafschafter und das Bauunternehmen waren im August 2012 zu Geldstrafen verurteilt worden. Der nun vor Gericht stehende Mann war daraufhin in Berufung gegangen.

Ende März 2011 waren beim Einsetzen der Stahlkonstruktion für einen Stall drei tonnenschwere Träger umgestürzt und rissen dabei eine Hebebühne mit, auf der ein Mann arbeitete. Als Ursache machte der Richter die „ungeeignete Zugfähigkeit der Spanngurte“ aus.

Der heute 28-Jährige, der als Nebenkläger auftrat, wurde an der Wirbelsäule verletzt und war ein halbes Jahr arbeitsunfähig. Schmerzen habe er nach starker Belastung immer noch, sagte er vor Gericht. Ihm sei eine „zehnprozentige Einschränkung im Berufsleben“ attestiert worden.

Zu klären hatte das Gericht, inwieweit der Beschuldigte verantwortlich für den Unfall war. Der Mann hatte Heizungsbauer gelernt und in dem Unternehmen als Stahlbauer gearbeitet – ohne dafür ausgebildet worden zu sein. „Alles, was er gemacht hat, hat er sich abgeguckt“, fasste sein Anwalt zusammen. Aufgrund seiner Erfahrung in der Firma habe er auf der Baustelle das Sagen gehabt. Gearbeitet habe er mit den ausgehändigten Materialien wie auf anderen Baustellen auch. Die Gurte habe er im Vorfeld nicht als ungeeignet eingeschätzt.

Hinzu kam noch, dass es an dem Tag regnerisch und sehr windig gewesen war. Dass trotz der ungünstigen Bedingungen weitergearbeitet worden ist, begründete der Angeklagte zum einen mit Termindruck und zusätzlichen Kosten, zum anderen wäre mit dem Aufstellen von weiteren Trägern das Konstrukt stabiler geworden.

Gegen die Auflage, dem Geschädigten ein Schmerzensgeld von 1000 Euro zu zahlen, ist das Verfahren nun vorläufig eingestellt worden. Dabei wurde die drohende Privatinsolvenz des Angeklagten berücksichtigt. Neben Schulden muss der Mann auch eine Geldstrafe wegen Unterschlagung abzahlen. Bei einer Verurteilung wäre der Geschädigte leer ausgegangen.


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