Ein Jahr nach dem Brand Task Force der Meyer Werft sieht deutliche Verbesserungen

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Zwei Menschen starben im vergangenen Sommer bei dem Brand in der Massenunterkunft für Werkvertragsarbeiter in der Papenburger Landsbergstraße.Zwei Menschen starben im vergangenen Sommer bei dem Brand in der Massenunterkunft für Werkvertragsarbeiter in der Papenburger Landsbergstraße.

Papenburg. Ein Jahr nach dem tragischen Unglück in der Landsbergstraße in Papenburg, bei dem zwei Werkvertragsarbeiter der Meyer Werft verbrannten, sieht das Traditionsunternehmen deutliche Fortschritte bei den Lebens- und Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter im Werkvertrag.

Die Ermittlungen der Polizei hatten ergeben, dass in dem Wohnhaus insgesamt 38 Schlafplätze in elf Schlafräumen vorhanden waren.

Die „gute Zusammenarbeit zwischen“ der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat der Werft, der IG Metall, dem Land Niedersachsen sowie den umliegenden Landkreisen und Kommunen hat wesentlich dazu beigetragen, Missstände schnell zu beseitigen. Alle Beteiligten seien sich allerdings einig, dass dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist.

Die neue Sozialcharta und der neue Verhaltenskodex für Lieferanten der Werft regelten bereits vieles, was die Rahmenbedingungen für Werkvertragsarbeitnehmer über die bisherigen Bedingungen hinaus deutlich verbessere. Zudem sei mit dem zwischen der IG Metall und der Meyer Werft abgeschlossenen Haustarifvertrag ein Vertragswerk geschaffen worden, „das erstmalig bundesweit in dieser Form und Branche Mindeststandards beim Einsatz von Werkvertragsarbeitern - unter anderen einen Mindestlohn von 8,50 € - in einem Unternehmen regelt“, heißt es aus dem Unternehmen. Weiterhin werde mit allen Behörden eng zusammengearbeitet, um Verstöße gegen Arbeitszeit- und Arbeitsschutzgesetze konsequent zu unterbinden.

Ausländischen Arbeitern helfen

Die mobile Beratungsstelle des Landes Niedersachsen und das Deutsche Rote Kreuz haben mit der Werft Anfang März 2014 in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat eine Beratungsstelle für ausländische Arbeitnehmer eingerichtet, um besonders ausländischen Beschäftigten von Werkvertragspartnern der Meyer Werft bei möglichen Problemen unterschiedlichster Art Hilfe gewähren zu können. Darüber hinaus haben der TÜV Rheinland und die Werft eine Vereinbarung getroffen, um künftig die Qualifizierung von Partnerfirmen im Rahmen von Werkverträgen nach klaren und umfassenden Kriterien zu prüfen. Mit den Sozialaudits durch den TÜV Rheinland wird die Einhaltung der geltenden Regeln noch systematischer überprüft.

Die Task Force war im Juli 2013 infolge des Brandes eines Wohnhauses in der Landsbergstraße eingesetzt worden und hat die Aufgabe, die Situation von Arbeitnehmern mit Werkvertrag in Papenburg zu untersuchen. Dabei stehen die Arbeitsbedingungen sowie die Wohn- und Lebenssituation der im Werkvertrag Beschäftigten im Fokus. Die Arbeitsgruppe besteht aus Walter Remmers, ehemaliger Justiz- und Innenminister in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt; Clemens Bollen, ehemals Mitglied des Bundestags; Evelyn Gerdes, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Leer/Papenburg und Thomas Gelder, Betriebsratsvorsitzender der Meyer Werft sowie Ralf Sempf und Thilo Bollenbach als Mitglieder der Geschäftsleitung der Werft.

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