Fünf Flugschüler Segelflugverein Aschendorf-Herbrum bildet aus

Führen den Segelfliegerverein Aschendorf-Herbrum: die Vereinsvorsitzenden Rainer Altmeppen und Franz Linnenbäumer (von links). Foto: Florian FeimannFühren den Segelfliegerverein Aschendorf-Herbrum: die Vereinsvorsitzenden Rainer Altmeppen und Franz Linnenbäumer (von links). Foto: Florian Feimann

Herbrum. Im Alter von 14 Jahren darf man in Deutschland keinen Autoführerschein machen und keine alkoholischen Getränke kaufen. Allerdings ist es in diesem jungen Alter möglich, Pilot eines Segelflugzeugs zu werden. Der Segelflugverein Aschendorf-Herbrum bildet ständig Nachwuchspiloten aus.

„Man sitzt auf einem Logenplatz im Himmel“, beschreibt Rainer Altmeppen, zweiter Vorsitzender der Segelflieger, das Gefühl während eines Fluges. Das und die Faszination Fliegen sei für Jugendliche die Motivation, Pilot eines Segelflugzeugs werden zu wollen. Die gesamte Ausbildung übernehmen Mitglieder des Vereins, die kostenlos als Fluglehrer arbeiten. „Wir sind dankbar, dass sie ihr Wissen weitergeben“, sagt Altmeppen. Die Ausbildungsförderung sei essenzieller Bestandteil der Vereinsarbeit.

Momentan lernen fünf Jugendliche das Fliegen. Bei zwei von ihnen steht in den nächsten Wochen sogar der erste Flug ohne Lehrer auf dem Plan, berichtet Altmeppen. Bis dahin war es ein weiter Weg für die Flugschüler: Ungefähr drei Jahre Vorbereitungs- und Trainingszeit braucht es, bis man zum ersten Mal alleine abheben darf. Zunächst muss der Fliegerarzt dem angehenden Piloten ein Tauglichkeitszeugnis ausstellen. Anschließend gilt es, eine theoretische Ausbildung in acht Fächern zu meistern.

Neben Luftrecht, Flugfunk, Technik und Aerodynamik stehen Navigation, Meteorologie, menschliches Leistungsvermögen und Verhalten in besonderen Fällen auf dem Lehrplan. „Wir empfehlen, im Herbst anzufangen, um sich mit der Theorie vertraut zu machen“, rät Altmeppen Interessierten. Parallel absolvieren die Schüler laut Altmeppen 30 bis 40 Übungsflüge zusammen mit ihrem Fluglehrer. Dabei sitzen die Flugschüler ab ihrem ersten Flug auf dem Pilotensitz.

Der Lehrer, der das Flugzeug steuert, sitzt hinter oder neben ihnen und gibt Flug für Flug die Kontrolle etwas mehr an seinen Schützling ab. Das ist eine enorme Verantwortung: Die Jugendlichen haben dann die Kontrolle über ein rund 70000 Euro teures Flugzeug bei Geschwindigkeiten um durchschnittlich 100 Kilometer pro Stunde.

Rund 1000 Euro muss man bei den Herbrumer Segelfliegern als Nichtverdienender jährlich in die Flugausbildung investieren. Das sind die Kosten für den Flugbetrieb sowie Vereins- und Versicherungsbeiträge. Die eigentliche Pilotenschulung subventioniert der Verein nach Angaben des Vorsitzenden Franz Linnenbäumer sogar. Er schätzt die Vielseitigkeit seines Hobbys: „Es gibt kaum so eine Symbiose aus Hightech und Natur wie beim Segelflug.“

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