Austauschschüler zu Gast Brasilianer in Papenburg entdeckt Liebe zur Bratwurst

Von Eva Kleinert

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Die Erfahrung Auslandsjahr haben João Novais (links) und Lia Voße gemacht. Christopher Trouw vom Rotary Club Papenburg wirbt für den Jugendaustausch. Foto: Eva KleinertDie Erfahrung Auslandsjahr haben João Novais (links) und Lia Voße gemacht. Christopher Trouw vom Rotary Club Papenburg wirbt für den Jugendaustausch. Foto: Eva Kleinert

Papenburg. Nicht nur die deutsche Fußball-Nationalmannschaft verhilft ihrem Heimatland momentan zu großer Beliebtheit im WM-Gastland Brasilien. Auch in Deutschland lebende Brasilianer wie der 17-jährige João Novais haben unser Land in ihr Herz geschlossen. Der Austauschschüler aus Presidente Prudente im Bundesstaat São Paulo bleibt noch bis Juli bei seiner Gastfamilie in Papenburg.

Seit August 2013 ist João über den Jugendaustausch des Rotary Clubs in Papenburg und hat in dieser Zeit vor allem internationale Freundschaften geknüpft. „Für mich war es ein großer Schock, dass die Leute hier sehr zurückhaltend waren. In Brasilien will jeder sofort den neuen Austauschschüler kennenlernen“, erinnert sich João an die ersten Monate. Über zwei weitere Austauschschüler habe er aber schließlich auch deutsche Freunde gewonnen. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten rät João jedem zu einem Austauschjahr. „Ich liebe das Reisen, habe viele Leute kennengelernt und eine neue Sprache gelernt. Ich habe mich auch persönlich weiterentwickelt.“ Das sei ihm auch bei einem Besuch seiner Familie aus Brasilien in Papenburg aufgefallen. „Die wollten jede Strecke mit dem Taxi nehmen. Das hätte ich sonst auch gemacht, aber hier können wir laufen oder Fahrrad fahren“, erzählt João. Auch sein vorher entspanntes Gefühl für Zeit sei ihm in den vergangenen Monaten abhanden gekommen. Und noch eine vermeintlich deutsche Eigenart hat sich João angeeignet. „Ich liebe Bratwurst“, bekennt er. Trotzdem: Bei seiner Rückkehr nach Brasilien soll es erst einmal „Picanha“, Rindfleisch vom Grillspieß, geben.

Joãos ehemalige Gastschwester Lia Voße aus Westoverledingen ist sich sicher, dass der Brasilianer weiterhin Kontakt zu seinen neuen Freunden halten wird. Sie selbst war ein Jahr in Venezuela und spricht aus Erfahrung. Warum auch sie ein Austauschjahr empfehlen würde, weiß Lia sofort: „Man lernt neue Kulturen kennen und entwickelt sich enorm weiter, weil man ja selbstständig und ohne seine Familie zurechtkommen muss.“

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Die Rotary Clubs im Bereich Weser-Ems haben laut Rotarier Christopher Trouw bisher 80 Jugendliche in die Welt entsandt. Im Rahmen ihres Jahresaustausches können Schüler – am besten nach der zehnten Klasse – bis zum Alter von 18 Jahren ins Ausland geschickt werden. Dreimal wechseln sie in diesem Zeitraum ihre Gastfamilien. Die Bewerbungen für das Programm sollten ein Jahr vorher erfolgen. Der finanzielle Eigenanteil inklusive Flug liegt für die Teilnehmer bei 3500 Euro. Wer nur einige Wochen ins Ausland möchte, dem empfiehlt Trouw einen drei- bis fünfwöchigen Familienaustausch in den Sommerferien. Hier liegt der Eigenanteil bei 1300 Euro. Bewerbungen sind per E-Mail an Trouw@web.de sowie auf dem Postweg an Christopher Trouw, Legien-straße 39 in Papenburg möglich.

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