Ausstellung für Grundschüler Papenburg: Tipps zum Schutz vor Sex-Übergriffen

Von Anna Kröger

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Testeten die Ausstellung: die Vertreter der Johannesburg, Ida Kromminga-Evers, Geschäftsführer Franz-Josef Lensker, Silvia Wollert und Mechthild Kaltwasser sowie Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (von links). Foto: Anna KrögerTesteten die Ausstellung: die Vertreter der Johannesburg, Ida Kromminga-Evers, Geschäftsführer Franz-Josef Lensker, Silvia Wollert und Mechthild Kaltwasser sowie Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (von links). Foto: Anna Kröger

Papenburg. Hilfe holen ist mutig und kein Petzen. Das ist die zentrale Botschaft der interaktiven Wanderausstellung „Echt Klasse“, die nun für vier Wochen im Papenburger Jugendgästehaus Station gemacht hat. Ziel des Präventionsprojektes ist, das Selbstbewusstsein von Grundschulkindern zu stärken, um sie vor sexuellem Missbrauch zu schützen.

Laut „Nein“ sagen und dabei kräftig gegen einen Sitzsack treten oder auf dem „Jubelthron“ Platz nehmen und sich einmal so richtig feiern lassen – an insgesamt sechs dreieckigen Stationen sollen Dritt- und Viertklässler aus Papenburg und Umgebung spielerisch und fast nebenbei entdecken, wie sie sich selbst vor sexuellen Übergriffen und Missbrauch schützen können. Bevor es allerdings für die Schüler auf den Mitmachparcours ging, mussten zum Start der Ausstellung, die vom Kieler Präventionsbüro „PETZE“ entwickelt wurde, zunächst ihre Lehrkräfte ran. So stand für die Vertreter aller acht Grundschulen in städtischer Trägerschaft, der Pestalozzischule und der Grundschule Bockhorst zunächst eine Fortbildung auf dem Programm, um sie für das Thema zu sensibilisieren und gezielt auf den anstehenden Ausstellungsbesuch mit den Schülern vorzubereiten. Gleiches galt für die Eltern der Schüler, die im Vorfeld ebenfalls Gelegenheit hatten, sich bei einem Ausstellungsbesuch über das Thema Missbrauch zu informieren.

Etwa jedes vierte bis fünfte Mädchen und jeder neunte bis zwölfte Junge mache mindestens einmal vor seinem 18. Lebensjahr eine Missbrauchserfahrung, erklärte Franz-Josef Lensker, Geschäftsführer und direktionaler Leiter der Johannesburg in Surwold bei der Ausstellungseröffnung. Jugendhilfe müsse hier besonders wachsam sein, mahnte Lensker und forderte: „Es gilt, alle Formen der Prävention zu nutzen.“ Dass sexueller Missbrauch ein wichtiges gesamtgesellschaftliches, aber auch höchst sensibles Thema ist, betonte Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU). Sich diesem angemessen zu nähern, sei eine spezielle Herausforderung. „Kein Kind kann sich alleine schützen“, machte sich auch Michael Ottens vom Verein „Arbeitskreis gegen sexuelle Übergriffe auf Kinder“, der das Projekt finanziell mitunterstützt, für den Besuch der Ausstellung stark.

Begleitet wird die Ausstellung von drei Mitarbeiterinnen der Johannesburg . Die Jugendhilfeeinrichtung hatte die Wanderausstellung gemeinsam mit der Stadt Papenburg im Rahmen ihres vom Landkreis Emsland geförderten Kooperationsprojektes „Schulsozialarbeit“ in die Fehnstadt geholt.


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