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Ein neues Schmuckstück für die Stadt St.-Lukas-Heim weiht Seniorentagesstätte in Papenburg ein

Gesegnet: Dechant Alfons Thörner (links) weihte die neuen Räume in Begleitung von Mitarbeiterin Annegret Behrends (Vierte von links) sowie der Tagesgäste Bernd Hendrys, Albert und Johann Leggedör (von links) ein. Foto: Gerd SchadeGesegnet: Dechant Alfons Thörner (links) weihte die neuen Räume in Begleitung von Mitarbeiterin Annegret Behrends (Vierte von links) sowie der Tagesgäste Bernd Hendrys, Albert und Johann Leggedör (von links) ein. Foto: Gerd Schade

gs Papenburg. Bernd Hendrys genießt mehr Zeit mit seinen Kreuzworträtseln, Gertrud Robin freut sich darauf, ab und zu die Beine hochlegen zu können, und Wohnheimleiterin Schwester M. Celine Schulhoff berichtet von einer turbulenten Partie Sitzfußball: Fünf Monate nach ihrer Inbetriebnahme ist die Seniorentagesstätte Michael des St.-Lukas-Heimes in Papenburg am Montagfeierlich eingeweiht worden.

Die Tagesstätte für bis zu 20 Erwachsene mit einer geistigen Behinderung und zum Teil zusätzlichen Mehrfachbehinderungen wurde in dem früheren Wohn- und Geschäftshaus Hendrys am Gasthauskanal eingerichtet. Zurzeit nutzen elf Tagesgäste das Angebot. Sie haben entweder das Rentenalter erreicht oder sind aufgrund altersbedingter Veränderungen aus dem Arbeitsleben in der Werkstatt für behinderte Menschen ausgeschieden. Die Gäste sind zwischen 51 und 73 Jahre alt.

Wie St.-Lukas-Heim-Geschäftsführer Hans-Heinrich Hebler betonte, hat Eigentümer Carsten Kramer das Gebäude in enger Abstimmung mit dem Heim saniert und umgebaut. Auf rund 360 Quadratmetern wurden im Erdgeschoss unter anderem Gemeinschafts-, Ruhe-, Sanitär- und Therapieräume geschaffen. Im Obergeschoss gibt es zudem auf zwei Etagen vier Single-Wohnungen, die Kramer an junge Menschen mit Behinderungen vermietet hat. Sie werden von der Wohnassistenz des St.-Lukas-Heimes betreut, leben aber weitgehend selbstständig.

„Die Stadt hat ein neues Schmuckstück bekommen“, sagte Hebler. Das Konzept für eine Seniorentagesstätte sei gemeinsam mit dem Landkreis Emsland entwickelt worden. Dabei habe man sich bewusst für eine Einrichtung der Eingliederungshilfe und nicht der Pflege entschieden. Das Konzept fußt auf dem Erhalt der Selbstständigkeit und der Teilhabe an der Gesellschaft der Tagesgäste. Halt geben soll ihnen auch nach dem Arbeitsleben eine feste Tagesstruktur, in der sie gleichzeitig die Möglichkeit haben, begleitet von Fachkräften verstärkt ihren eigenen Interessen und Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen.

Hebler hob hervor, dass es „erstmals seit der unsäglichen Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten“ überhaupt eine zahlenmäßig nennenswert große Gruppe älterer Menschen mit Behinderung gebe. Die Sozialdezernentin des Landkreises Emsland, Henni Krabbe, meinte, „dass wir mit der Schaffung dieses Angebotes richtig liegen“. Auch Papenburgs stellvertretender Bürgermeister Jürgen Broer prophezeite Seniorentagesstätten eine wachsende Bedeutung.


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