Neue Baustrategie in Papenburg Meyer Werft dockt Sonntag Schiffsbauteil aus

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Direkt vor dem Bug der „Quantum of the seas“ (links) liegt das erste Schwimmteil für das Schwesterschiff „Anthem of the seas“ im Baudock. Foto: Christoph AssiesDirekt vor dem Bug der „Quantum of the seas“ (links) liegt das erste Schwimmteil für das Schwesterschiff „Anthem of the seas“ im Baudock. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Die Baudockhalle 6 der Papenburger Meyer Werft wird sich am Sonntag gegen 11 Uhr wieder öffnen. Dann wird jedoch kein Kreuzfahrtschiff ausgedockt, sondern nur ein etwa 120 Meter langes Schwimmteil des neuen Ozeanriesen „Anthem of the seas“. Hintergrund ist eine veränderte Baustrategie für die neuen Riesenschiffe der Werft.

Demnach wird auch die kleinere Baudockhalle 5 für die Fertigung von Blöcken für Kreuzfahrtschiffe genutzt, damit es in der großen Halle nicht zu einem Arbeitsstau kommt. Dort liegt zurzeit die „Quantum of the seas“ in voller Länge (348 Meter) im Rohbau. Wie Werftsprecher Peter Hackmann auf Nachfrage unserer Zeitung sagte, habe man die Baustrategie für die neuen Schiffe angepasst, um eine Unterbeschäftigung in der kleineren Schiffbauhalle zu vermeiden.

„Aber auch die Schiffslänge von 348 Metern stellt eine Herausforderung dar“, so Hackmann. Die „Quantum of the seas“ wird die Halle planmäßig Anfang August verlassen. Im restlichen Baudock verbleiben derzeit jedoch nur noch 120 Meter, um parallel das Schwesterschiff „Anthem of the seas“ zu bauen. Ein Stau in der Blockfertigung wäre die unmittelbare Folge, da der Platz nicht ausreichend ist, um das Schiff im Zeitplan zu bauen.

Ein Kreuzfahrtschiff besteht aus bis zu 70 Blöcken unterschiedlicher Größen. Sie werden auf zwei Schwimmteile sowie Bug- und Heck-Sektionen aufgeteilt. „Wenn wir nur Blöcke aufstellen können, die eine Schiffsteillänge von 120 Metern ergeben, kommt es zum Stau bei der Vorfertigung der Blöcke. Unser Arbeitsfluss würde extrem gestört. Unterbeschäftigung und Kapazitätsspitzen würden sich abwechseln“, so Hackmann.

Hier setzt die neue Baustrategie an. Die freie Baudocklänge von 120 Metern wird während der Ausbauphase eines Schiffes künftig zweimal genutzt. Ein Schwimmteil wird auf der Fläche gebaut, ausgedockt und ein weiteres 120 Meter langes Schwimmteil auf der frei gewordenen Fläche gebaut. Hackmann: „Die fertigen Elemente des Schiffes werden nach dem Ausdocken im Werfthafen an der Pier weiter ausgerüstet.“

Am Sonntag verlässt das erste Schwimmteil der „Anthem of the seas“ die Halle. Das zweite Element folgt mit dem Ausdocken der „Quantum of the seas“ im August. Nach dem Ausdocken des Kreuzfahrtschiffes werden beide Schwimmteile wieder in das Baudock manövriert und dort verbunden. Anschließend werden die Blöcke für den Bug und das Heck aufgestellt und das Kreuzfahrtschiff ist komplett.

Die Schwesterschiffe „Quantum“ und „Anthem of the seas“ sind die ersten Kreuzfahrtschiffe einer Serien von derzeit drei Schiffen, die die Meyer Werft für die US-Reederei Royal Caribbean baut. Die Schiffe sind die größten, die bisher auf der Papenburger Werft gebaut wurden. Während die „Quantum of the seas“ im Herbst dieses Jahres abgeliefert wird, folgt die „Anthem of the seas“ im Frühjahr 2015. Das dritte, bisher nicht benannte, Schiff der Quantum-Klasse hat seinen Liefertermin im Jahr 2016.

Die Papenburger sind mit dem Bau von Kreuzfahrtschiffen bis 2017 ausgelastet. Für die Reederei Norwegian Cruise Line wird die „Norwegian Escape“ im Oktober 2015 fertiggestellt sein, das Schwesterschiff „Norwegian Bliss“ folgt 2017. Die asiatische Reederei Star Cruises bekommt im Herbst 2016 die „Superstar Sagittarius“ und Ende 2017 ein baugleiches Schwesterschiff.


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