Bilder zeigen Zwangsvertreibung Papenburger Schüler organisieren Roma-Ausstellung

Von Eva Kleinert

Auf das Schicksal der Roma aufmerksam machen wollen (von links) Malte Kuhlmann, Anna Hemken, Julia Eckholt, Ulrike Hunfeld, Nadine Schmidt, Gerold Siemer. Foto: Eva KleinertAuf das Schicksal der Roma aufmerksam machen wollen (von links) Malte Kuhlmann, Anna Hemken, Julia Eckholt, Ulrike Hunfeld, Nadine Schmidt, Gerold Siemer. Foto: Eva Kleinert

Papenburg. Fünf Zwölftklässler der Fachoberschule Wirtschaft an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Papenburg haben in Zusammenarbeit mit der Papenburger Ortsgruppe von Amnesty International (ai) eine Ausstellung über die Zwangsvertreibung von Roma entwickelt. Ab Dienstag, 29. April, wird diese in der Sparkassen-Filiale am Papenburger Untenende zu sehen sein.

Knapp 40 Bilder haben die Schüler im Rahmen ihres Theo-Prax-Projektes zusammengetragen und in zwölf verschiedenen Stationen aufgebaut. Während die Fotos sowie einige Texte von Amnesty International stammen, sind die Schüler bei den Stationen selbst kreativ geworden. „Wir haben drei Stellwände selbst gestaltet und eine Hörstation eingerichtet“, berichtet Malte Kuhlmann. Eine Drehscheibe soll laut Ulrike Hunfeld die Vorurteile thematisieren, die den Roma häufig entgegengebracht werden. „Viele denken, die Roma sind Zigeuner, wollen sich nicht integrieren und sind Sozialschmarotzer“, zählt sie gängige Vorurteile auf. „Dabei sind sie ja dazu gezwungen, immer weiterzuziehen, weil sie oft nicht sesshaft werden dürfen“, stellt Klassenkameradin Nadine Schmidt richtig. „Viele denken auch, dass Roma ihre Kinder nicht zur Schule schicken wollen. Aber oft haben sie einfach nicht die Möglichkeit, ihre Kinder zu den weiter entfernten Schulen zu schicken“, erklärt Malte Kuhlmann

Über die Vorurteile hinaus haben sich die Schüler auch mit den Lebensräumen und den Rechten der Roma beschäftigt. „Jeder hat das Recht auf Leben und Freiheit. Zwangsräumungen verstoßen dagegen“, sagt Nadine Schmidt. Um die Notlagen obdachlos gewordener Roma darzustellen, haben die Schüler eine Behelfshütte für die Ausstellung gebaut. Dass diese so tatsächlich zum Einsatz kommen, weiß Gerold Siemer, Gruppensprecher von ai Papenburg: „Wir betreuen selbst einen Fall im rumänischen Cluj Napoca. 2010 wurden dort kurz vor Weihnachten 75 Familien auf die Straße gesetzt.“ Nur für etwa 40 dieser Familien hätten die Behörden Unterkünfte zur Verfügung gestellt und so mussten sich die Obdachlosen laut Siemer selbst Behelfshütten bauen – ohne Wasserzugang oder Heizung.

Um auf dieses Schicksal aufmerksam zu machen, haben die fünf Schüler Julia Eckholt zufolge auch Flyer und Plakate für ihre Ausstellung entworfen. Diese beginnt mit der offiziellen Eröffnung am Dienstag, 29. April, um 18 Uhr und ist dann bis zum 29. Mai in der Sparkasse am Untenende zu sehen.

„TheoPrax“ ist ein Projekt entwickelt vom Fraunhofer Institut in Pfinztal. Ziel ist es, durch die Verknüpfung von schulischer Theorie mit betrieblicher Praxis die Schüler an die Anforderungen des Berufslebens heranzuführen und gleichzeitig ihre Selbstständigkeit zu fördern.