Trotzdem Ärger über Steuern Papenburg: Streik der Werftarbeiter ist wohl beigelegt

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Mindestens zehn Prozent mehr Lohn sollen die Arbeiter bekommen, wenn sie einen deutschen Vertrag unterschreiben, so der Emder Personaldienstleiter Dirks. Foto: dpaMindestens zehn Prozent mehr Lohn sollen die Arbeiter bekommen, wenn sie einen deutschen Vertrag unterschreiben, so der Emder Personaldienstleiter Dirks. Foto: dpa

Papenburg. Mit Streiks hatten sich rumänische und bulgarische Werkvertragsarbeiter auf der Papenburger Meyer Werft vor zwei Wochen die Zusage für deutsche Arbeitsverträge erkämpft. Jetzt streikten sie erneut. Diese Arbeiter sind offensichtlich mit den Steuern und Sozialabgaben nicht einverstanden, die mit den deutschen Verträgen verbunden sind. Angeblich ist der Streik beigelegt.

Vor zwei Wochen schien die Lösung zum Greifen nahe: Rund 150 osteuropäische Werkvertragsarbeiter, die für den Emder Personaldienstleister Dirks im Laser-Zentrum der Meyer Werft arbeiten,protestierten für deutsche Verträge . Die Werftarbeiter sind bisher über den Emder Personaldienstleister und mindestens ein weiteres Subunternehmen in Rumänen an rumänische Arbeitsverträge gebunden.

Das Angebot an die Osteuropäer scheint attraktiv: Die Männer sollen unbefristet bei Dirks angestellt werden. Die Nettolöhne würden sich dabei um mindestens zehn Prozent erhöhen, so ein Dirks-Sprecher. Außerdem sollen sie 24 Tage Urlaub erhalten, so Werft-Betriebsratschef Thomas Gelder. Dazu kommt Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Die neuen Verträge bedeuten aber auch, dass die Arbeiter Steuern und Sozialabgaben nach deutschem Recht abführen müssen. Damit sind viele offensichtlich nicht einverstanden. Auch stoße auf Unverständnis, dass beispielsweise ein zweifacher Familienvater für die gleiche Arbeit mehr Lohn ausgezahlt bekommt, als ein Arbeiter ohne Familie. Die Sprachprobleme erschwerten die Verhandlungen zusätzlich. Die Gespräche würden in der kommenden Woche fortgesetzt, so Betriebsratsvorsitzender Gelder. Sollte es nicht zu einem Abschluss kommen, sei nicht auszuschließen, dass die Rumänen und Bulgaren erneut streiken könnten. Er wolle sich in jedem Fall dafür einsetzen, dass die Verhandlungen „zu einem guten Ende kommen“, so Gelder.

Aus Sicht des Emder Personaldienstleisters Dirks sind schon jetzt fast alle Probleme mit den Arbeitern beigelegt: Von den 121 osteuropäischen Männern, mit denen man in den vergangenen Tage Einzelgespräche gesucht habe, hätten 90 bereits zugesagt, den angebotenen deutschen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Der Rest sei noch unentschieden oder habe abgelehnt. Die Arbeit im Laser-Zentrum der Werft werde deshalb in jedem Fall wieder aufgenommen, so der Firmensprecher.

Der Personalchef der Werft, Paul Bloem, geht davon aus, dass mit den Gesprächen der vergangenen Tage alle Probleme gelöst sind, die zu den Streiks der Werkvertragsarbeiter geführt haben. „Wir sind daran interessiert, die Zusammenarbeit mit Dirks weiter auszubauen“, so Bloem im Gespräch mit unserer Zeitung.


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