„Frauen im Rechtsextremismus“ Papenburg will Rechtsextremismus entgegentreten

Von Isabella Sauer

Mit einem spannenden Vortrag von Esther Lehnert (Mitte) über Frauen im Rechtsextremismus wurde die Ausstellung eröffnet. Das Bild zeigt sie zusammen mit Marlies Kohne, Anne Sonntag da Cruz, Regina Gerdes und Jan Peter Bechtluft (von links) Foto: Isabella SauerMit einem spannenden Vortrag von Esther Lehnert (Mitte) über Frauen im Rechtsextremismus wurde die Ausstellung eröffnet. Das Bild zeigt sie zusammen mit Marlies Kohne, Anne Sonntag da Cruz, Regina Gerdes und Jan Peter Bechtluft (von links) Foto: Isabella Sauer

Papenburg. Rechtsextreme sind männlich, gewaltbereit und tragen Springerstiefel – eine gängige Vorstellung. Doch der Frauenanteil in der rechtsextremen Szene nimmt zu. Dies verdeutlichte Referentin Esther Lehnert in ihrem Fachvortrag. Die Ausstellung „Frauen im Rechtsextremismus“ soll nun Aufklärungsarbeit in der Fehnstadt leisten.

Für Bürgermeister Jan Peter Bechtluft ist das Thema Rechtsextremismus wichtig: „Die Rechtsextremisten sind auf dem Weg in das bürgerliche Milieu.“ Um Präventionsarbeit zu leisten, müsse es Fachvorträge und Ausstellungen geben.

Die Ausstellung ist Teil des gleichnamigen Projektes, das vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration initiiert wird. Es richtet sich an Gleichstellungsbeauftragte niedersächsischer Kommunen, aber auch Behörden, soziale Einrichtungen und die Wirtschaft.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Emsland, Marlies Kohne, und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Papenburg, Regina Gerdes, holten zusammen mit der Volkshochschule und der Stadt Papenburg die Ausstellung in die Stadt. Kohne sagte, dass der Zeitpunkt der Ausstellung kein Zufall sei. „Das Thema passt sehr gut zum Internationalen Frauentag und zu den internationalen Wochen gegen Rassismus.“

Referentin Lehnert sagte in ihrem Vortrag, dass der Nationalsozialismus ohne Frauen nicht funktioniert hätte, und verdeutlichte dies daran, dass die rechtsextreme Szene zwar sehr von Männern geprägt sei, aber immer mehr Frauen hinzustießen und die Gemeinschaft zusammenhielten. „Oft werden Frauen unterschätzt, und keiner kann sich vorstellen, dass die nette Nachbarin politisch rechts orientiert ist“, so Lehnert. Wirkliche Erkennungszeichen bei einer rechtsextremen Frau gebe es nicht. Lehnert forderte dazu auf, Frauen und Mädchen mehr als politische Subjekte ernst zu nehmen.

Bis Mittwoch ist die Ausstellung noch im Rathaus zu sehen. Am Donnerstag kann sie in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Papenburg besucht werden.