Verbündete für Projekt gesucht Naschkes Garten in Papenburg neu beleben


Papenburg. Der bundesweit sehr geschätzte Staudengärtner Ernst Naschke feiert in diesen Tagen seinen 85. Geburtstag. Zusammen mit der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte (HÖB) sucht er nun Menschen, die Interesse haben, sich an der Pflege seines offenen Gartens oder auch am Planen und Gestalten von Veranstaltungen zu beteiligen.

„Es geht mir nicht um Helfer zum Unkraut ziehen. Die Arbeiten, die Maschineneinsatz erfordern, werden erledigt. Aber es wäre schön, wenn sich Menschen finden würden, die Zeit und Initiative mitbringen, um dem Garten Inhalt zu geben“, erklärt Naschke. Zusammen mit Otmar Nickolay und Kirsten Kuhlmann von der HÖB geht er gestützt auf einen Stock durch seinen offenen Garten am Papenburger Mittelkanal und zeigt, wie viel Platz es hier gibt für Naturerlebnis, für Konzerte, Tauschbörsen oder andere gute Ideen.

„Naschkes Garten“ ist bei vielen Papenburgern und Touristen ein beliebtes Ausflugsziel und auch Radfahrer machen hier gerne Station. Das rund 10000 Quadratmeter große Gelände hinter dem Gulfhaus bietet alles für einen anregenden und gleichzeitig erholsamen Aufenthalt.

Bislang hat Ernst Naschke die Gartenarbeit noch in großen Teilen allein bewerkstelligt. Hilfe kam von befreundeten Gärtnern, von der HÖB, von Berufsschulklassen oder engagierten Einzelpersonen. Jetzt ist der gebürtige Gubener an einem Wendepunkt angekommen: „Ich kann den Garten selbst nicht mehr weiter betreuen und habe die Hoffnung, dass es andere tun“.

Angesprochen sind Menschen jeder Altersstufe, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, zum Beispiel Rentner, Familien oder Gruppen. Diese könnten in ausgewählten Teilbereichen die Verantwortung übernehmen und ihre eigenen Projekte starten.

„Kein Ehrenamtlicher kann den gesamten Garten allein pflegen. Das wäre zu umfangreich“, betont Kirsten Kuhlmann, Bildungsreferentin bei der HÖB. „Ich könnte mir aber vorstellen, dass Zuständigkeiten, zum Beispiel für die Obstbaumwiese, den Teich, die Staudenbeete und anderes sich zusammenfügen wie in einem Puzzle. Eine fachliche Unterstützung und Anleitung kann durch unseren HÖB-Gärtner erfolgen“, bietet Kuhlmann an.

Für Tätigkeiten wie Rasenmähen oder Heckeschneiden hat Naschke die Garten- und Landschaftsbauer des Ökohofes kontaktiert. Und wie Naschke berichtet, spendet die Firma Hanrath ab sofort 40 Gärtner-Stunden im Monat. „Es wäre aber schön, wenn sich Papenburger finden würden, die sich vielleicht zu einem Freundeskreis zusammenschließen und Führungen übernehmen oder die Gäste mit Kaffee und Kuchen empfangen“, hofft Naschke. Dafür und für Treffen bei Regenwetter stellt er gerne den rechten Teil seiner Gulfscheune zur Verfügung, der über Waschgelegenheit, Kühlschrank und Sitzgelegenheiten verfügt. Sanitäre Anlagen sind ebenfalls vorhanden.

Familien, die über keinen eigenen Garten verfügen oder Gruppen könnten Beete zum Obst- oder Gemüseanbau in ihre Obhut nehmen. Kinder- oder Jugendgruppen und Naturschutzvereine sind ebenfalls willkommen. Denkbar sind auch Aktionen für Kinder oder kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte.


Seit 1980 hat Ernst Naschke das Gelände seines ehemaligen Gartenbaubetriebes am Mittelkanal nach und nach naturnah umgestaltet und eine Anlage geschaffen, bei der Wild- und Beetstauden nebeneinander blühen. Bei der Auswahl der Pflanzen hat sich Naschke an den Ideen des berühmten Staudengärtners Karl Foerster orientiert, den er persönlich kannte. In dem parkähnlichen, 10000 Quadratmeter großen Garten können Besucher verschiedene Gehölze, eine Streuobstwiese, eine Quelle und einen Gedenkgarten erleben. Gemütliche Sitzecken, einen Teich mit Bachlauf, ein Hochmoorbeet und natürlich Pflanzen, die das ganze Jahr über grünen und blühen, laden zum Verweilen ein. Ein Imker stellt dort Bienenkästen aus. Ernst Naschke hat seinen Garten jederzeit geöffnet für Natur- und Garteninteressierte, Touristen, Kindergartengruppen und Schulklassen. Mit der Inschrift „Frieden ist da, wo Menschen füreinander blühen wie Blumen“ auf dem Hausbalken seines alten Gulfhauses lädt er ein, in seinem Garten die Schönheit und Vielfalt der Blumen und Menschen zu entdecken. Die 1803 gebaute Gulfscheune auf dem Gelände ist die älteste im nördlichen Emsland. Naschkes Garten wurde 1993 in die niederländisch - deutsche Stiftung „In Nachbars Garten“ aufgenommen. 2000 begann die immer enger werdende Zusammenarbeit mit der Historisch Ökologischen Bildungsstätte (HÖB). 2010 erhielt Ernst Naschke den Niedersächsischen Umweltpreis. Mehr Informationen im Internet auf der Seite www.naturgarten-naschke.de

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