75 Mitarbeiter betroffen Aschendorfer ADO-Nachfolgern droht das Aus

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Mit Heimtex und Marido droht zwei weiteren ADO-Nachfolge-Firmen das Aus.Mit Heimtex und Marido droht zwei weiteren ADO-Nachfolge-Firmen das Aus.

Aschendorf. Die ADO-Nachfolge-Firmen Heimtex und Marido in Aschendorf stehen vor dem Aus. Der hessische Textilverlag Zimmer & Rohde will die Zusammenarbeit kündigen. 75 Mitarbeitern droht noch in dieser Woche die Kündigung.

Im November vergangenen Jahres hatte Andreas Zimmer, Geschäftsführer von Zimmer & Rohde, bei seinem Besuch in Aschendorf den Mitarbeitern von Heimtex und Marido für deren gute Arbeit gedankt. Jetzt hat der hessische Textilverlag überraschend erklärt, das Miteinander aufzukündigen. Der Grund: Die Aschendorfer hätten einen festen Vertrag für vier Jahre ohne Kündigungsfrist gefordert. „Das können wir nicht akzeptieren“, so Zimmer & Rohde -Geschäftsführer Andreas Zimmer. „Für die Mitarbeiter tut mir dieser Schritt wirklich leid.“ Heimtex und Marido erledigen bisher die Lagerung und den Vertrieb von Textilien. Zimmer und Rohde ist deren einziger Kunde. Die Firma hatte im vergangenen Jahr Aufträge in zweistelliger Millionen-Höhe an Heimtex vergeben.

Bei der Geschäftsführung der betroffenen Firmen stößt die Reaktion auf Unverständnis. Die Forderung nach einem vierjährigen Vertrag sei für beide Firmen überlebensnotwenig, betonte gestern Edgar Ebeling, Geschäftsführer der Dachgesellschaft Bothorn. Nach der Insolvenz der Schwesterfirma DTF „müssten wir größere Investitionen tätigen, um für Heimtex und Marido Maschinen und Computer aus der Insolvenzmasse zu kaufen“. Das sei nur möglich, wenn es von Zimmer & Rohde die Zusage für eine mehrjährige Zusammenarbeit gebe. „Sonst ist das Risiko zu hoch.“

Andreas Zimmer bestätigte unserer Zeitung, dass er den Auftrag jetzt an ein neugebautes Werk in Tschechien vergeben wolle. Die Firma Zimmer & Rohde, die Anfang vergangenen Jahres die Markenrechte an ADO gekauft hatte, bestreitet, dass dieser Schritt schon damals geplant war. „Für mich ist das lediglich der Schlussstrich einer negativen Entwicklung.“ Schon mit dem Tod von ADO-Gründer Hubert Wulf Ende der 1980er-Jahre habe bei dem Aschendorfer Textilhersteller ein Abwärtstrend eingesetzt, so Zimmer.

Die Mitarbeiter beider Aschendorfer Firmen sind am Dienstag über drohende Kündigungen informiert worden. Es sei unwahrscheinlich, dass es in der kurzen Zeit gelingt, einen rettenden Auftrag für die beiden Firmen zu bekommen, erklärte Andreas Wulf, Gesellschafter der Dachgesellschaft Bothorn, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Unterm Strich sind sogar mehr als 75 Mitarbeiter betroffen. Denn 15 Beschäftigte der insolventen DTF hatten schon eine Zusage auf Weiterbeschäftigung bei Heimtex, so Edgar Ebeling.

Nach dem Verkauf der ADO-Markenrechte wurde der Textilhersteller unter anderem in DTF, Marido und Heimtex aufgespalten. DTF musste Insolvenz anmelden. Sollten die beiden Schwesterfirmen jetzt schließen, wären alle ADO-Nachfolge-Firmen in Aschendorf verschwunden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN