Vor allem im Süden verbreitet Namensserie: „Glück“ war vom Glück begünstigt

Von Winfried Breidbach

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Der Name Glück ist vor allem im Süden verbreitet.Symbolfoto: dpaDer Name Glück ist vor allem im Süden verbreitet.Symbolfoto: dpa

Papenburg. Unsere Leserin Astrid Glück aus Lingen hat eine Information, dass „Glück“ ursprünglich „Geschick“ bedeutete. Sie vermutet in ihrem Familiennamen die Bezeichnung für einen geschickten Menschen, dem viel gelingt oder der viel erreicht hat.

Der Nachname Glück wird in den deutschsprachigen Ländern von etwa 9500 Personen getragen und zählt damit zu den häufigen Familiennamen. Der Name findet sich in allen Regionen, insgesamt ist aber erkennbar, dass die meisten Namensträger im hochdeutschen Sprachgebiet leben. Die Namenvariante Glücke und die Genitivform Glücks sind selten.

Der Name ist zweifelsfrei identisch mit dem Hauptwort Glück, das im Mittelalter im Hoch- und Niederdeutschen gleichermaßen gelücke, gelucke lautete. Das Wort ist erst seit dem späten 12. Jahrhundert bezeugt, seine Herkunft konnte noch nicht geklärt werden. Die Bedeutung war ursprünglich „Zufall, Geschick (im Sinne von Schicksal)“, später „glücklicher Zufall, Vorteil, Glück“. Die alte Wortform mit Ge- hat sich in dem seltenen Familiennamen Gelück gehalten. Im niederländischen Gebiet hielt sich die Vorsilbe ge- auch beim heutigen Wort mit der Bedeutung „Glück“. Dem holländischen Wort geluk entspricht der von über 1500 Menschen getragene Familienname Geluk.

In großen Teilen des hochdeutschen Gebietes von den Alpen bis zur Saar und zur Oder wird der Umlautvokal ü in den Mundarten als i gesprochen. Das Wort Glück lautet dort in der alltäglichen Sprache ebenso wie der Familienname Glück „Glick“. Diese zur tatsächlichen Aussprache passende Form ist in historischen Belegen des Familiennamens vielfach belegt. Heute aber gibt es in Deutschland und in Österreich nur noch eine Handvoll Träger des Namens Glick. Daraus ist zu schließen, dass die alte mundartliche Form Glick in jüngerer Vergangenheit an die standardsprachliche Wort- und Namensform Glück angepasst wurde.

Welches Benennungsmotiv konnte nun zur Vergabe eines Beinamens „Glück“ führen? Es ist davon auszugehen, dass die Zeitgenossen des ersten Namensträgers ihn als besonders „glücklich“, als „mit Glück gesegnet“, ansahen. Ohne historische Informationen wird aber aus heutiger Sicht im Dunkeln bleiben, worauf dieses Glück konkret gründete: auf materiellen Wohlstand, auf persönliches Glück im Sinne von Zufriedenheit oder auf eine „glückliche Hand“ im Umgang mit den Dingen des täglichen Lebens.

Im heutigen Polen wird der Familienname Glü(c)k/Gli(c)k noch von rund 400 Personen getragen. Hier konnte der Name auch durch Übersetzung des gleichbedeutenden und sehr häufigen polnischen Namens Szczesny entstehen.

Namensvorschläge bitte an namensforscher@neue-oz.de
Gutachten: www.ifn.name


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