Zugrunde liegt der Rufname Oldman Olding und Oldiges haben den gleichen Ursprung

Herkunft und Bedeutung von 20000 Nachnamen erklärt auch das Taschenbuch „Duden – Lexikon der Familiennamen“. Foto:: „obs/Duden“Herkunft und Bedeutung von 20000 Nachnamen erklärt auch das Taschenbuch „Duden – Lexikon der Familiennamen“. Foto:: „obs/Duden“

Papenburg. Sabine Olding aus Sögel und Heinrich Oldiges aus Lathen haben keine Theorien zu Herkunft und Bedeutung ihrer Familiennamen.

Die etwa 200 Träger des Namens Olding leben weit überwiegend in Nordwestdeutschland, wobei sich im Gebiet des Landkreises Osnabrück ein starkes Zentrum abzeichnet. Wie bei den meisten Familiennamen mit der Endung -ing handelt es sich auch bei Olding ursprünglich um einen patronymischen, auf den Namen des Vaters bezogenen Nachnamen. Trennt man die Silbe -ing ab, verbleibt Old als zugrunde liegender Name. Der gleichlautende Familienname Old ist etwa gleich häufig wie Olding, findet sich aber fast ausschließlich in der Region Darmstadt - Odenwald - Aschaffenburg. Es kann ausgeschlossen werden, dass es einen historischen Zusammenhang zwischen dem nordwestdeutschen Namen Olding und dem südhessischen Namen Old gibt.

Olding wurde als patronymischer Name zum Rufnamen Oldman gebildet, die Bedeutung war somit ursprünglich „Sohn von Old(man)“. Oldman, auch Oltman geschrieben, war über Jahrhunderte in Nordwestdeutschland, bei den Friesen und in den Niederlanden ein sehr beliebter Rufname, dazu drei Belege: 1347 „Oltman van Beverbeke“ (Braunschweig), 1375 „Oltman Huge“ (Bremen), 1383 „Oltman Wynnepenninghe“ (Oldenburg).

Eine größere Anzahl der sehr zahlreichen Beinamen mit -ing wurden auch als Rufnamen verwendet, wobei einige dieser Namen wie Bruning, Ebeling, Henning, Janning recht populär waren. Auch Olding ist als Rufname bezeugt, insbesondere vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Da in dieser Zeit die meisten Familiennamen bereits fest waren, wird der Nachname Olding zumeist als patronymische Bildung entstanden sein.

Auf Olding geht auch der Name Oldiges zurück. Oldiges ist deutlich im Emsland konzentriert, über die Hälfte der etwa 380 Namensträger lebt im Landkreis Emsland. Die seltenere Namenvariante Oldigs findet sich in verschiedenen Regionen im Nordwesten. Oldiges und Oldigs sind Genitivbildungen („Oldigs Sohn“) zum heute als Familiennamen ausgestorbenen Namen Oldig.

Oldig wurde mit Verlust des Konsonanten -n- aus Olding abgeschliffen. Die Vereinfachung -ing zu -ig findet sich nicht nur in Wörtern wie Pfennig aus Pfenning, sondern auch in zahlreichen Nachnamen: Brünig aus Brüning, Hartig aus Harting, Hennig aus Henning usw. Auch als Rufname ist Oldig nachzuweisen, insbesondere bei den Friesen und in angrenzenden Regionen. Oldiges konnte als Genitivname vom Rufnamen oder vom Familiennamen Oldig = Olding ausgehen. Alter Beleg: 1549 „Dirich Oldiges“ in Lastrup.


Namensvorschläge bitte an namensforscher@neue-oz.de
Gutachten: www.ifn.name


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