Stahlrohre für die Gartenschau Im Papenburger Stadtpark wird gerammt

Von Gerd Schade

Der erste von insgesamt acht Stahlrohrpfählen baumelte am Vormittag vor dem Verlagsgebäude der Ems-Zeitung am Haken eines Schwerlastkranes. Foto: Gerd SchadeDer erste von insgesamt acht Stahlrohrpfählen baumelte am Vormittag vor dem Verlagsgebäude der Ems-Zeitung am Haken eines Schwerlastkranes. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Die Lautstärke hielt sich in Grenzen, stattdessen vibrierte der Boden zeitweise stark: Schweres Gerät hat am Donnerstag das Bild auf der Großbaustelle für die Landesgartenschau 2014 in Papenburg bestimmt. Vor dem Stadtparksee wurden im Laufe des Tages acht tonnenschwere Stahlrohrpfähle in den Boden gerammt.

Die Pfähle bilden die Gründung für die Steganlage namens „Achterdeck“ in Höhe von Meyers Mühle. Genauer gesagt handelte es sich bei dem Rammen um ein Einvibrieren, wie der Technische Leiter der Landesgartenschau Papenburg 2014 gGmbH, Frank Leißner, erläuterte. Demnach wurden die acht Meter langen Pfähle, von denen jeder eine Tonne wiegt, mit Rüttlern in Form von Hochfrequenzvibratoren fast in ihrem vollen Ausmaß in das Erdreich gerammt.

Die Rohre bilden die tragenden Säulen für das „Achterdeck“, eine großflächige Steganlage mit Holzplanken auf drei Ebenen, die im maritimen Gartenschaukonzept „MS Blühende Papenburg“ für Begrüßung, Abschied und zum Verweilen vorgesehen ist. Die unterste Ebene der Anlage wird Leißner zufolge frei schwebend etwa fünf Meter in die Wasserfläche hineinragen.

Von einem Ponton aus vermaßen Mitarbeiter des Unternehmens TweWeBau aus Rastede den Baugrund, bevor die Pfähle in das Erdreich getrieben wurden. Später werden die hohlen Rohre, von denen jedes bei einer Stahldicke von 12,5 Millimetern einen Durchmesser von 32,3 Zentimetern hat, mit Beton gefüllt.

Der bisherige Hauptzugang zum Stadtpark wird durch die Steganlage nachhaltig verändert. Auf den verschiedenen Stufen sollen Liege- und Sitzflächen geschaffen werden. Dort vorgesehene Rosenbeete sollen vom Hauptrundweg durchzogen werden.

Der Stadtpark bildet den Schwerpunkt der Landesgartenschau, die vom 16. bis 19. April 2014 an insgesamt 187 Tagen ihre Pforten öffnet. Abseits der spektakulären Rammarbeiten mit Vibratoren, Schwerlastkran und Schweißgerät gewinnen Themengärten, Staudenbeete und Wege zunehmend an Konturen.

Gut erkennbar sind außerdem bereits Teile eines Mehrgenerationenspielplatzes mit Wellenstruktur auf dem „Aktivdeck“. Landesgartenschausprecher Thorsten Klein zufolge sind derweil auch die Arbeiten für die „Kommandobrücke“ angelaufen. Teil derer ist ein Aussichtspunkt in rund zwölf Meter Höhe, auf dem Periskope installiert werden, die Besuchern einen Blick bis zur Meyer Werft ermöglichen sollen. Ein weiteres Element mit maritimem Charakter auf dem Ausstellungsgelände im Stadtpark ist die „Schiffskombüse“. Dort soll außer einer Showküche unter anderem ein „grünes Klassenzimmer“ eingerichtet werden, das von Schulklassen während der Gartenschau genutzt werden kann.

Die Arbeiten liegen Klein zufolge nach wie vor voll im Zeitplan. Daran hätte auch der Fund von Panzerfaustköpfen, Granaten und Sprengstoff aus dem Zweiten Weltkrieg im September nichts geändert. Wie Klein weiter sagte, wird der Betrieb auf dem Gartenschaugelände dennoch auch über die Feiertage nicht komplett ruhen.