Deutsche Textilfabrik ADO-Nachfolger DTF kündigt fast 300 Mitarbeitern

Bei DTF in Aschendorf soll die Produktion eingestellt werden.Bei DTF in Aschendorf soll die Produktion eingestellt werden.

Aschendorf. Eine schlimme Nachricht für das nördliche Emsland: Der ADO-Nachfolger DTF (Deutsche Textilfabrik) mit Sitz in Aschendorf stellt die Produktion ein und will zum 1. Dezember jedem der fast 300 Mitarbeiter kündigen. Das hat am späten Dienstagabend Sachwalter Stephan Michels gegenüber unserer Zeitung erklärt.

Es bestehe aktuell aber noch die Chance, dass ein Investor möglicherweise Arbeitsplätze übernehmen und erhalten möchte, erklärte Dienstagabend Rechtsanwalt Stephan Michels gegenüber unserer Zeitung. Michels war vom Amtsgericht als Sachwalter des insolventen Unternehmens eingesetzt worden. Ein belastbares – schriftliches – Angebot liege aber noch nicht vor. Laufende Aufträge sollten nach Informationen unserer Zeitung noch abgearbeitet werden.

Damit hat sich offensichtlich die Hoffnung zerschlagen, dass ein Investor in letzter Minute bei DTF einspringt und die Produktion rettet. Obwohl Michels laufende Verhandlungen bestätigte, blieb der Name dieses Investors geheim.

Eine wichtige Rolle kommt jetzt dem hessischen Textilverlag Zimmer & Rohde zu, dem größten und wichtigsten Kunden von DTF. Bisher ist unklar, wie lange die Firma noch in Aschendorf produzieren lassen will.

Ob die DTF-Mitarbeiter auf eine Transfergesellschaft hoffen können, in der sie für neue Jobs weiterqualifiziert werden, ist nicht absehbar. Voraussetzung ist nämlich, dass vorab ein sogenanntes „Profiling“ stattfindet. Das ist eine gesetzlich vorgeschriebene Analyse, mit der geprüft wird, wie die Betroffenen weiterqualifiziert werden sollen. Dieses „Profiling“ kostet 44 000 Euro und wäre von DTF zu finanzieren. Der Textilhersteller ist aber offensichtlich so sehr in Geldnot, dass nicht einmal dieser vergleichsweise geringe Betrag zugesagt werden kann. Ursula Wentingmann von der IG Metall Papenburg-Leer appelliert an den Gläubigerausschuss und an die Muttergesellschaft Bothorn, diesen Betrag zu zahlen.

(Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war die Zahl der Entlassungen noch unklar.)


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