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Schulung zur Fahrsicherheit Emsländische Feuerwehren trainieren auf Prüfgelände in Papenburg

Von Lambert Brand


Papenburg. Seit neun Jahren werden im Landkreis Emsland Fahrer von Einsatzfahrzeugen der Feuerwehren in Fahrsicherheitstrainings geschult. Mit Tobias Tegeder aus Salzbergen wurde bei einem Lehrgang auf dem ATP-Prüfgelände in Papenburg jetzt der 1000. Teilnehmer ausgezeichnet.

Während der Kreisausbildung nehmen Feuerwehrleute aus allen 54 emsländischen Feuerwehren regelmäßig an dem Training auf dem ATP-Prüfgelände teil. Die beiden Fahrlehrer und Feuerwehrmänner Frank Haneburger (Aschendorf) und Martin Hermes (Emsbüren) leisteten Pionierarbeit, betont Kreisausbildungsleiter Hans-Jürgen Krüger. Sie führten in den ersten Jahren die Sicherheitsausbildung als sogenannte Instruktoren in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und dem Werkschutz der ATP Automotive Testing Papenburg GmbH durch. Inzwischen werden sie unterstützt von den Fahrlehrern Hermann Hüring (Herzlake), Matthias Burrichter (Beesten) sowie vom Leiter der ATP-Werksicherheit und -Werkfeuerwehr, Heiner Ideler. An die Ausbilder werden hohe Anforderungen gestellt, die in regelmäßigen Lehrgängen und Tests überprüft werden.

Kreisausbilder Krüger wies auf die hervorragende Zusammenarbeit mit der Leitung und den Mitarbeitern des Teststreckenbetreibers hin. Er betonte, dass man die emsländischen Wehren wegen der sehr guten Trainingsbedingungen beneide. Auch für das nächste Jahr habe man vier Lehrgänge mit jeweils 36 Teilnehmern buchen können. Stellvertretender Kreisbrandmeister Anton Lüken nannte die Sicherheitsausbildung eine „Erfolgsstory“. Mit ATP habe man einen kooperativen Partner gefunden, um die Trainings auf einem geeigneten Terrain durchführen zu können. Im Übrigen freue man sich, dass die ATP-Werkfeuerwehr zu Hilfeleistungen auch außerhalb des Prüfgeländes angefordert werden könne.

Die Bereichsleiterin für Betriebssteuerung und Support, Kerstin Sickert, betonte im Namen der Geschäftsführung, dass die ATP das Fahrtraining der emsländischen Feuerwehren gerne unterstütze. „In ihren Einsätzen müssen sie nicht nur Brände löschen und in Notsituationen helfen, sondern auch fit hinter dem Steuer sein“, sagte Sickert.

Jede Menge Praxis

Nachdem Werkbrandmeister Ideler den Lehrgangsteilnehmern die Sicherheitsbestimmungen auf dem Testgelände erläutert hatte, legten die Instruktoren los. Das eintägige Training gliederte sich in einen kurzen theoretischen und einen breit gefächerten praktischen Teil. Die Ausbilder machten die Feuerwehrleute zunächst mit den wichtigsten Regeln für sicheres Fahren und Bedienen der Einsatzfahrzeuge vertraut. Richtig spannend wurde es dann auf der Teststrecke. Unter der Überschrift „Fahrzeug-Handling“ durchfuhren die Teilnehmer mit ihren Einsatzfahrzeugen unter Anleitung diverse Parcours und erfuhren, wie sich geschickt auch schwierige Situationen und die Auswirkungen von Sichthindernissen beherrschen lassen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausbildung war das sichere Bremsen bei unterschiedlichen Straßenverhältnissen. Auf dem Prüfgelände lassen sich Nässe und Glätte technisch „herbeizaubern“. Die Teilnehmer erlebten hautnah, wie beispielsweise ein Zwölftonner auf spiegelglatter Fahrbahn beim plötzlichen Bremsen reagiert. Dass das Bremsverhalten beim Einsatz mit und ohne ABS (Anti-Blockiersystem) ein völlig anderes ist, war eine von vielen wichtigen Erkenntnissen für die Feuerwehrleute. „Was passiert bei unterschiedlichen Fahrbahnverhältnissen? Wie umfahre ich plötzlich auftauchende Hindernisse?“ Diese und viele weitere Fragen wurden praxisnah beantwortet.