Zukunft der Deutschen Textilfabrik Aschendorfer DTF verhandelt mit Investor

Die Entscheidung über die Zukunft von DTF fällt in diesen Tagen. Die Verhandlungen mit einem Investor laufen. Foto: privatDie Entscheidung über die Zukunft von DTF fällt in diesen Tagen. Die Verhandlungen mit einem Investor laufen. Foto: privat

Aschendorf. Für den insolventen ADO-Nachfolger DTF (Deutsche Textilfabrik) in Aschendorf sind es Tage der Entscheidung: Nach Informationen unserer Zeitung verhandelt der Textilhersteller derzeit mit einem Investor. Dieser will aber offensichtlich nur einen Teil der 400 Mitarbeiter übernehmen. Die Zeit für eine Entscheidung drängt.

Noch bis Ende des Monats sind Löhne und Gehälter der DTF-Beschäftigten durch das sogenannte Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gesichert. Spätestens dann muss eine Entscheidung zur Zukunft des Traditionsunternehmens auf den Tisch. Die Unternehmensleitung hält sich bedeckt. Auf Nachfrage erklärte der Geschäftsführer der Muttergesellschaft Bothorn, Edgar Ebeling: Für die DTF finden aktuell intensive Gespräche mit potenziellen Investoren statt. „Hier wird es im Rahmen der Sitzung des vorläufigen Gläubigerausschusses Ende der kommenden Woche nochmals entscheidende Beratungen und Beschlussfassungen geben.“

Der wichtigste Kunde von DTF, der hessische Textilverlag Zimmer & Rohde, sichert den Aschendorfern weiterhin Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu, so Unternehmens-Chef Andreas Zimmer. Entscheidend dafür sei aber, wie sich DTF künftig aufstelle.

Konkrete Verhandlungen

Nach unbestätigten Informationen laufen konkrete Verhandlungen mit einem Investor. Demnach will dieser allerdings im Fall eines Einstiegs nur einen Teil der 400 Beschäftigten übernehmen. Das Zustandekommen einer Transfergesellschaft dürfte deshalb einer der Knackpunkte der Gespräche sein.

DTF-Mitarbeiter könnten dann freiwillig in eine solche Transfergesellschaft wechseln und würden dort bis zu ein Jahr lang bei nahezu vollem Gehalt für einen neuen Job qualifiziert.

Das hat für die Arbeitnehmer durchaus auch Vorteile: Sollten sie nämlich nach dieser Zeit noch keine neue Anstellung gefunden haben, beginnt erst nach dem Ende der Transfergesellschaft der Übergang in das Arbeitslosengeld I. Ein solcher Wechsel müsste allerdings freiwillig erfolgen. Der Vorteil für DTF: Langwierige Klagen vor dem Arbeitsgericht blieben der Firma erspart. Sie würde damit attraktiver für einen Investor.

„Eine Transfergesellschaft kann zur Rechtssicherheit beiragen“, erklärte Ursula Wentingmann von der IG Metall Leer-Papenburg.

Allerdings: Damit Arbeitnehmer in der Transfergesellschaft möglichst geringe Lohnabzüge erhalten, müsste auch DTF Geld beisteuern. Und genau da liegt wohl derzeit ein Problem. Es sei noch nicht sicher, ob das Betriebsvermögen des Textilherstellers dafür ausreicht, erklärt die Gewerkschafterin. Mehr Klarheit dürfen die DTF-Beschäftigten in der nächsten Woche erwarten: Am Dienstag will die Geschäftsführung gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter, dem Münsteraner Rechtsanwalt Stephan Michels, zu einer Betriebsversammlung einladen.

Die nicht von der Insolvenz betroffenen Schwesterfirmen von DTF, die ebenfalls in Aschendorf ansässigen Heimtex und Marido, haben offensichtlich bessere Zukunftsaussichten. Beide Unternehmen erweiterten derzeit ihr „Leistungsspektrum für nationale und internationale Großkunden aus dem Heimtextilmarkt“, so Edgar Ebeling.

Zur Ausweitung und Absicherung des Leistungsangebotes werden derzeit Investitionen in den Maschinenpark geprüft und ein Ausbau des Mitarbeiterstammes vorbereitet. Aktuell sind für Marido und Heimtex am Standort Aschendorf 80 Mitarbeiter tätig.


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