51-jähriger Mann verurteilt Vor zwölfjährigem Jungen nackt ausgezogen

Wegen exhibitionistischer Handlungen ist ein 51-jähriger Mann aus dem nördlichen Emsland zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Symbolfoto: ColourboxWegen exhibitionistischer Handlungen ist ein 51-jähriger Mann aus dem nördlichen Emsland zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Symbolfoto: Colourbox

Papenburg. Das Amtsgericht Papenburg hat einen 51-jährigen Mann aus dem nördlichen Emsland wegen exhibitionistischer Handlungen zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 10 Euro verurteilt.

Der arbeitslose Mann soll laut Anklage im Juli dieses Jahres sexuelle und exhibitionistische Handlungen vor Kindern ausgeführt haben. Zur Mittagszeit habe sich der Angeklagte an einem See am Papenburger Obenende aufgehalten. Dort soll er in der Gegenwart eines zwölfjährigen Jungen ohne Badehose schwimmen gegangen sein.

Als der Junge ebenfalls ins Wasser stieg, soll der 51-Jährige sich ihm mit erigiertem Penis genähert haben. Zurück am Ufer soll der Mann mit noch immer erigiertem Glied den Jungen umarmt haben. Während dieser Zeit war der 51-Jährige stark alkoholisiert: Bei einem Bluttest wurde ein Wert von 2,82 Promille festgestellt.

Für den arbeitslosen Fußbodenleger waren die Vorwürfe der Anklage „ganz schön kräftige Anschuldigungen“. Er habe am See lediglich angeln wollen, als der Junge, den er vom gemeinsamen Angeln und von Unterhaltungen kannte, auf ihn zu kam. Dennoch sei er an diesem Tag im See baden gegangen. Gemeinsam mit dem Jungen habe er bei einer Sandbank im See nach Muscheln getaucht.

Als die beiden aus dem See stiegen, habe der Angeklagte sich die Badehose ausgezogen und sich auf eine Decke gesetzt. „Ich hätte mich nicht nackt da hinsetzen sollen“, sagte er. Umarmt habe er den Jungen nicht, lediglich freundschaftlich über den Kopf gestreichelt. Zudem sagte er, aufgrund des hohen Alkoholkonsums einige Erinnerungslücken zu haben. „Ich bin kein Kinderschänder“, beteuerte er vor Gericht.

An Kopf gestreichelt

Der Zwölfjährige sagte vor Gericht, er und der Mann hätten beide eine Badehose getragen, während sie im See waren. Dort sei es seiner Aussage zufolge zu keiner Annäherung gekommen. Erst nach dem Baden habe sich der Mann ausgezogen, sich neben ihn auf die Decke gesetzt und ihn an Kopf und Beinen gestreichelt. Der Angeklagte sei einmal unbekleidet im See schwimmen gewesen und habe ihn aufgefordert, mit in das Wasser zu kommen, so der Junge. Er sei aber am Ufer geblieben.

Eine Reihe von Zeugen hatten die Geschehnisse im Juli beobachtet. Zwei jugendliche Angler, die auf der gegenüberliegenden Seite des Sees saßen, sagten aus, sie hätten den Angeklagten nackt in der Nähe des Jungen gesehen.

Nicht nackt gebadet

Auch vier Jugendliche in einem Ruderboot hatten den Angeklagten zusammen mit dem Opfer gesehen. Im Wasser sei dieser nicht nackt gewesen, wie die vier übereinstimmend berichteten. Eine Anwohnerin des Sees, die als Zeugin aussagte, war ebenfalls auf die Situation aufmerksam geworden und alarmierte die Polizei. Diese brachte den alkoholisierten Mann nach Hause.

Der Angeklagte war in der Vergangenheit bereits häufiger wegen Trunkenheit im Verkehr auffällig geworden und gab zu, Alkoholprobleme zu haben. Seit einem Monat sei er jedoch Mitglied einer Selbsthilfegruppe.

Die Staatsanwaltschaft kam schließlich zu dem Schluss, dass es bei dem Vorfall keine sexuellen, wohl aber exhibitionistische Handlungen gegeben habe. Dazu komme eine „gewisse alkoholbedingte Enthemmung“. Der Angeklagte stimmte dieser Einschätzung zu: „Wenn ich nüchtern gewesen wäre, wäre es gar nicht passiert.“