Werk aus den 1930er Jahren Dorfbuch erzählt Geschichte Aschendorfermoors

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Fasziniert von den im „Dorfbuch von Aschendorfermoor“ veröffentlichten historischen Aufzeichnungen ist Herausgeber Johannes Koop. Foto: Gerd SchadeFasziniert von den im „Dorfbuch von Aschendorfermoor“ veröffentlichten historischen Aufzeichnungen ist Herausgeber Johannes Koop. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Als Johannes Koop 1997 die Chronik des Männergesangvereins (MGV) Aschendorfermoor anlässlich des 75-jährigen Bestehens des MGV überarbeiten wollte, stieß er bei seinen Recherchen auf ein „Dorfbuch“ aus den 1930er Jahren.

„Ich war begeistert“, sagt Koop. Aber erst 16 Jahre später fand er die Zeit, das handschriftlich in Sütterlin verfasste Manuskript übersetzen zu lassen und zu veröffentlichen. Nach seiner Auffassung stellen die Aufzeichnungen „ein einzigartiges, historisches Dokument für unsere Region“ dar. Im Mittelpunkt steht die Besiedlung und Entwicklung von Aschendorfermoor.

„Beiträge zur Schulchronik Aschendorfermoor – Versuch eines ,Dorfbuches‘ von Aschendorfermoor“ hat der Autor sein Werk überschrieben. Wer der Verfasser ist, steht allerdings nicht zweifelsfrei fest. Koop zufolge kommt als Autor „mit großer Wahrscheinlichkeit“ aber nur einer der beiden Söhne des Dorfschullehrers Bernhard Köhne infrage. In der Aschendorfermoor-Schule, der heutigen Dieckhausschule, war Koop auf das Manuskript gestoßen. Der Herausgeber gestaltete die als Ringbuch (140 Seiten) gefertigte Transkription so, dass auf der linken Seite die originale Seite der Unterlagen und auf der rechten Seite die Übertragung zu finden ist.

„Der Verfasser verfolgte die Absicht, den geschichtlichen Verlauf der Besiedlung darzustellen sowie die Sitten und Gebräuche der ersten Siedler zu bewahren“, schreibt Koop in einem Vorwort. Wie in dem „Dorfbuch“ nachzulesen ist, ist Aschendorfermoor „keine eigentliche Moorkolonie wie etwa Neurhede, Neudersum, Neubörger oder Neusustrum“, die immerhin nach einem bestimmten Plan angelegt worden seien und deren Siedlern Steuerermäßigung winkten. „In Aschendorfermoor siedelten sich die ersten Siedler auf eigene Faust an. Sie kauften für weniges Geld ein Stück wildes Moor.“

Leider habe sich das Manuskript nicht komplett übertragen lassen, bedauert Koop. „Einige Sachen waren einfach nicht zu entziffern.“ Unmissverständlich hat der Autor aber festgehalten, dass sich in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) „wie überall auch im Moor sozialdemokratische und kommunistische Ideen breit machten, besonders unter den jungen Leuten“. Um diesen Anschauungen „unauffällig entgegenzutreten“, habe sein Vater 1921 einen Gesangverein gegründet, dem die meisten jungen Männer von Aschendorfermoor beigetreten seien. In dem Verein sei ihnen „in mühsamer Kleinarbeit das Unsinnige des Marxismus klargelegt“ worden.

Johannes Koop gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er über das Buch, das eine Fülle regionalgeschichtlicher Daten, Namen und Anekdoten enthält, spricht. Aus seiner Begeisterung heraus habe er das Buch unbedingt veröffentlichen wollen.

Die Auflage ist klein, Koop bietet es für 24 Euro zum Kauf an. Kontakt: Telefon 04961/ 76788. Geld wolle er damit nicht verdienen, versichert der Herausgeber. „Es geht nur darum, die Herstellungskosten zu decken“, sagt Koop.


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