Prozess gegen Emsländer Feuerwerk in Lahn wird teuer

Der Bunker wurde bei der Explosion stark beschädigt.  Foto: Tim GallandiDer Bunker wurde bei der Explosion stark beschädigt. Foto: Tim Gallandi

Lahn. Das private Feuerwerk in einem Bunker bei Lahn wird einen 30-Jährigen aus dem nördlichen Emsland teuer zu stehen kommen. Das Urteil von 21 Monaten Haft wegen Einbruchsdiebstahls und unerlaubten Umgang mit Sprengstoffen ist nach der Verhandlung vor dem Landgericht Osnabrück rechtskräftig. Zusätzlich wird auf ihn eine Schadensersatzforderung zukommen, die bereits jetzt auf eine Höhe von etwa 90000 Euro beziffert wurde.

Diese Festsetzungen hatte bereits das Amtsgericht im Mai dieses Jahres in Meppen getroffen. Geahndet wurde damit ein Vorfall, der sich in der Nacht des 17. September 2010 auf einem ehemaligen Gelände der Bundeswehr am Nordholz bei Lahn ereignet hatte.

Damals war der Angeklagte mit einem Komplizen in einen nur durch ein Vorhängeschloss gesicherten Bunker eingedrungen und hatte dort von einer Privatfirma eingelagerte Feuerwerkskörper gestohlen. Abgesehen hatte das Diebesduo es auf sogenannte Kugelbomben, von denen es dann auch eine Menge von rund 40 Kartons wegschaffte. Im Bunker blieben jedoch noch eine stattliche Anzahl weiterer pyrotechnische Artikel zurück. Die habe nach Angaben des Angeklagten sein Komplize mit Zündschnüren verbunden und dann mit einem Feuerzeug gezündet, das er ihm gegeben habe.

Die nachfolgende Explosion war so stark gewesen, dass das Gebäude massiv zerstört wurde, die schweren Bunkertüren durch die Wucht herausgeschleudert waren und eine Stichflamme einen 120 Meter langen Bereich vor dem Bunker versengte.

Vor der Polizei hatte der Angeklagte ausgesagt, selbst „neugierig darauf gewesen zu sein, wie so etwas wohl abfackelt“. Als er jetzt bei der Befragung vor der 21. Großen Strafkammer auch noch zugab, einige Tage nach der Tat in einem Steinbruch eine der Kugelbomben gezündet zu haben, „um zu sehen, wie die explodiert“, hatte er sich sozusagen um Kopf und Kragen geredet. Ihn treffe genau so viel Schuld am entstandenen Schaden wie seinen Komplizen, stellte der Kammervorsitzende fest und riet ihm zu einem Gespräch mit seiner Rechtsanwältin. Nach der Unterredung zog er seinen Einspruch gegen das Urteil der Erstinstanz zurück, wodurch dies Rechtskraft erhielt.

Weiterer Prozess

Wie zu erfahren war, ist in dieser Sache ein weiteres Verfahren anhängig. Im November wird vor dem Landgericht Osnabrück auf zivilrechtlichem Weg eine Klage der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als Eigentümerin der Anlage gegen den damaligen Mieter wegen Verstoßes gegen die Sicherungspflicht beginnen. Der Streitwert dort beträgt rund 42500 Euro, die unter Umständen dann ebenfalls auf den Emsländer umgelegt werden könnten.

Dessen damaliger Kumpan ist jedenfalls vorläufig außen vor. Wie der Staatsanwalt am Rande des Berufungsverfahren erklärte, sitzt dieser wegen anderer Straftaten auf Jahre in Haft, so dass in der erstinstanzlichen Verhandlung im Mai das Verfahren gegen ihn abgetrennt und eingestellt worden war.


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