Erst ein Betrieb baut Aschendorf: Neues Gewerbegebiet wächst nur langsam

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

<em>Noch reichlich Platz </em>ist im Gewerbegebiet Nienhauser Bogen an der Bundesstraße 70 in Aschendorf. Bisher baut dort ein Unternehmer. Foto: Christoph AssiesNoch reichlich Platz ist im Gewerbegebiet Nienhauser Bogen an der Bundesstraße 70 in Aschendorf. Bisher baut dort ein Unternehmer. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Das Gewerbegebiet Nienhauser Bogen an der Bundesstraße 70 in Aschendorf wächst bisher nur langsam. Obwohl schon ein Jahr in der Vermarktung, baut dort erst ein Gewerbebetrieb.

Es gebe aktuell noch keine weiteren konkreten Verhandlungen mit möglichen Ansiedlern, sagt Papenburgs Stadtsprecher Heiko Abbas auf Anfrage unserer Zeitung. Die Planungen für eine mögliche Ansiedlung eines Schnellrestaurants in direkter Nachbarschaft des Gewerbegebietes sind ebenfalls ins Stocken geraten.

Das 13 Hektar große Areal gegenüber der Einmündung in die Hüntestraße war im Frühjahr für etwa 1,6 Millionen Euro erschlossen worden. Das Lackzentrum Stindt aus Aschendorf führte im April den ersten Spatenstich für seinen Neubau durch. Stindt ist bisher das einzige Unternehmen, das dort baut. Die Erschließungsstraße des neuen Gewerbegebietes führt nach etwa 800 Metern noch immer ins Maisfeld. Die Stadt hatte noch im Mai, kurz nach der Anbindung des Gewerbegebietes an die B 70, versichert, es seien bereits mehrere Interessenten da. Seien alle Flächen verkauft, stünde noch eine Erweiterungsfläche von weiteren knapp 13 Hektar zur Verfügung.

Doch davon ist man bisher weit entfernt. In der Stadtverwaltung zeigt man sich ob der langsamen Entwicklung dennoch weitestgehend unbesorgt. Daran sei nichts ungewöhnlich, teilte Stadtsprecher Abbas auf Nachfrage unserer Zeitung mit. „Ein Gewerbegebiet wie der Nienhauser Bogen dient vor allem auch der Flächenbevorratung für investitionswillige Unternehmen.“ Es sei Aufgabe der Stadt, solche Flächen anbieten zu können, wenn Investoren sich melden. Abbas zieht den Vergleich zu neuen Baugebieten. „Ein Baugebiet wird auch nicht erst dann geschaffen, wenn bereits mehrere Anfragen vorliegen, sondern lange im Voraus.“ Daher sei die aktuelle Situation am Nienhauser Bogen „völlig normal“. Ein Gewerbegebiet zu vermarkten dauere nun einmal mehrere Jahre. Man habe den Nienhauser Bogen auch deswegen vorangetrieben, weil das Gebiet an der Rheder Straße bald keine Kapazitäten mehr habe.

Doch was ist mit den im Mai genannten Interessenten? Die Pläne für den Bau eines Burger-King-Schnellrestaurants und einer Tankstelle an der Ecke Hüntestraße/B70 durch einen Investor aus dem südlichen Emsland sind weiterhin unklar. Abbas bestätigte Informationen unserer Zeitung, wonach der Eigentümer eines Teils der benötigten Baufläche nicht verkaufen wolle. Nach seinen Worten gibt es außerdem „derzeit keinen Investor, der ein Schnellrestaurant dort ansiedeln will“.

Also alles normal? Fragt man den ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten und Mitglied des Ortsrates, Hans-Michael Goldmann, dann lautet die Antwort: Nein. „Keine Frage – der Nienhauser Bogen erfüllt noch nicht die in ihn gesetzten Erwartungen“, sagt Goldmann. Er hatte seinerzeit mehrfach zur Eile bei der Erschließung des Gewerbegebietes gedrängt. Man laufe Gefahr, im Vergleich zu den Nachbargemeinden Dörpen und Rhede bei Gewerbeansiedlungen ins Hintertreffen zu gelangen, war das damals ins Feld geführte Argument. Dass die Unternehmen der Stadt nicht die Tür einrennen, um sich im Nienhauser Bogen anzusiedeln, liegt laut Goldmann woanders: „Die ganz große Ansiedlungszeit stagniert.“

Der Aschendorfer glaubt dennoch an das Gebiet, mahnt aber zu Geduld: „Die Weichen sind dort gestellt, und wir haben weiterhin die Hoffnung, dass wenn Stindt sich gut macht, weitere Betriebe folgen werden.“ Die Stadt müsse jedoch mit Nachdruck darum kämpfen, dass sich mehr Betriebe ansiedeln, denn: „Das ist an sich eine Top-Ecke“, sagt Goldmann.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN