Kritik an privater Räumfirma Kriegsgranaten aus Papenburg abtransportiert

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Papenburg. Für den Laien sieht es aus wie das verwitterte Bruchstück eines Mauersteins, tatsächlich ist der Klumpen jedoch nicht ungefährlich. Zusammen mit elf weiteren Granaten hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen (KBD) am Mittwoch losen Sprengstoff (TNT) von der Baustelle für die Landesgartenschau im Papenburger Stadtpark geborgen und abtransportiert.

Wie berichtet, war der neuerliche Fund von scharfer Munition aus dem Zweiten Weltkrieg durch eine private Kampfmittelräumfirma am Dienstag an fast derselben Stelle entdeckt worden, an der ein Baggerführer erst in der vergangenen Woche auf zwei Panzerfaustköpfe, 13 Sprenggranaten und loses TNT gestoßen war. Der Fund vom Dienstag umfasste außer dem Sprengstoff insgesamt 19 Granaten. Acht hatte der KBD noch am selben Tag abgeholt, die restlichen elf verblieben über Nacht mit Sand zugeschüttet in der Erde. Diese Vorgehensweise sei anders als von einem Vertreter der Privatfirma zunächst behauptet, alles andere als üblich, erklärte Landesgartenschau-Sprecherin Imma Schmidt auf Nachfrage unserer Zeitung. Demnach werden Munitionsfunde aus Sicherheitsgründen normalerweise sofort und komplett fortgeschafft. Dass in diesem Fall anders gehandelt wurde, habe die Privatfirma zu verantworten, betonte Schmidt.

KBD-Truppführer Thomas Krause erklärte, dass von den Sprengkörpern keine akute Gefahr ausgehe. Es handele sich nicht um Blindgänger, die Munition sei offenbar gegen Kriegsende 1945 schlichtweg vergraben worden. Es handele sich ausdrücklich um eine Einzelfundstelle. Weitere Funde seien nicht zu erwarten. Entdeckt wurde die Munition in etwa 80 bis 100 Zentimeter Tiefe nahe dem Versorgungseingang zum Gartenschaugelände an der Bürgermeister-Hettlage-Straße im Zuge der Lindenallee. Krause und sein Kollege Ulrich Wolgast spürten die exakte Lage der Munition mithilfe einer Metallsonde auf. Zuvor mussten sie etwa zehn Quadratmeter schlackehaltigen Boden um die Fundstelle abziehen, weil die Sonde magnetisch auf diese Schlacke reagiere.

Von Hand wurden Granaten und Sprengstoff schließlich in Holzkisten auf einen Gefahrgut-Lkw verladen. Die Munition wird in einem Bunkerdepot in Achternholt bei Oldenburg zwischengelagert. Von dort geht es später in den Verbrennungsofen einer Spezialfirma in Munster.


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