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Reparaturen an Schöpfwerken Wasser- und Bodenverband: Häufiger pumpen wegen des Schlicks in der Ems

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<em>Am Schöpfwerk in Brual </em>wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Unter anderem wurden die Pumpen generalüberholt. Auf dem Foto Verbandsvorsteher Gerhard Büning (vorne) mit Geschäftsführer Heiner Niehaus.Am Schöpfwerk in Brual wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Unter anderem wurden die Pumpen generalüberholt. Auf dem Foto Verbandsvorsteher Gerhard Büning (vorne) mit Geschäftsführer Heiner Niehaus.

Papenburg. Sie kommen so regelmäßig im Jahr wie Weihnachten und Ostern. Einmal im Jahr ist für alle Grundstückseigentümer der Gebührenbescheid vom Wasser- und Bodenverband Aschendorf-Hümmling fällig.

Es handelt sich für normale Hausbesitzer nicht um Unsummen, aber viele fragen sich doch, was mit dem Geld eigentlich gemacht wird. Zumal, wenn auf dem Grundstück weit und breit kein größerer Graben, kein Fischteich und auch kein anderes erwähnenswertes Gewässer zu finden ist.

Besonders die Mitglieder des dem Kreisverband angeschlossenen Unterhaltungsverbandes „Ems IV“ (UV 104) haben jetzt schon die dritte Anhebung des Beitrages hinnehmen müssen. Von 8 Euro in den Jahren 2003 bis 2007 über 10,40 bis 2010, 12,40 Euro in 2011 auf nunmehr 14 Euro pro Hektar. Das ist mit einigem Abstand der höchste Satz aller vier Unterhaltungsverbände, deren Beiträge sich zwischen 7 und 9 Euro bewegen.

Elf Schöpfwerke

Grund für den Unterschied ist die besondere Situation im UV 104. Es müssen elf Schöpfwerke unterhalten werden, die inzwischen reichlich in die Jahre gekommen sind. Bis auf das größte in Papenburg wurden die Anlagen in den 1960er-Jahren gebaut. Nach so langer Zeit sind laut Heiner Niehaus, Geschäftsführer des Kreisverbandes, jetzt außer den routinemäßigen Wartungen größere Instandsetzungsarbeiten notwendig geworden. Beim Schöpfwerk in Brual wurden in den vergangenen Wochen zwei der drei Pumpen ausgebaut und generalüberholt. Die Leistung der größten liegt nach seinen Angaben bei 2,2 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, die anderen kommen auf 1,3 beziehungsweise 1,1 Kubikmeter. Auch die bauliche Substanz des Schöpfwerkes hat nach Angaben des 45-jährigen Diplom-Ingenieurs deutlich gelitten. Die Sanierung sei deshalb unbedingt nötig gewesen. Gekostet haben die Maßnahmen laut Niehaus rund 105000 Euro, wovon 70 Prozent auf die Erneuerung des Mauerwerks und des Betons entfielen.

Gerhard Büning, seit 2005 Vorsteher des Unterhaltungsverbandes 104, weist darauf hin, dass in den vergangenen Jahren immer häufiger die Pumpen angeworfen werden mussten. „Das liegt eindeutig am Schlickproblem in der Ems.“ Eigentlich soll das Wasser nämlich durch die Siele in den Fluss abgeleitet werden. Deren Schwenktore öffnen durch den Druck des in den Speicherbecken gesammelten Wassers. In Brual kommt dies zum größten Teil aus dem Brualer Schloot. Wegen des in Richtung Ems vor den Schöpfwerken abgelagerten Schlicks gehen die Tore aber nicht mehr weit genug auf. Deshalb müssen die Pumpen eingesetzt werden, um das Wasser abzutransportieren. Büning: „Das macht die Sache auch wegen der anfallenden Stromkosten natürlich teurer. 2011 mussten allein für die Energie etwa 120000 Euro ausgegeben werden.“

Rücklagen unverzichtbar

Der UV 104 hat im vergangenen Jahr bein einem Mindestbeitragssatz von 12,40 Euro rund 740000 Euro eingenommen, 2012 rechnet Geschäftsführer Niehaus mit 825000 Euro. „Davon müssen wir die jetzt laufenden Sanierungen, die normalen Gewässerschauen und die Routineüberprüfungen bezahlen.“ Außerdem sei die Bildung einer Rücklage unverzichtbar. „Falls eine Pumpe komplett ausfällt, muss schnell Ersatz her. Das kann dann 60000 bis 80 000 Euro kosten.

Ein größerer Brocken mit 150000 Euro war auch die Erneuerung der elektrischen Anlagen in den Schöpfwerken Rhede und Brahe. Dort wurden neue Transformatoren eingebaut und zahlreiche Kabel ausgetauscht. Büning: „Die waren inzwischen nicht mehr auf dem erforderlichen technischen Standard.“

Wenn die zum Teil noch laufenden Reparaturarbeiten abgeschlossen sind, wird Geschäftsführer Niehaus zufolge der Beitragssatz neu kalkuliert. Ziel sei, wie in den Jahren zuvor, ein ausgeglichener Haushalt. Bei weniger Ausgaben könne daher eine Senkung des Satzes möglich sein. Niehaus: „Versprechen kann ich das aber zurzeit nicht.“


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