zuletzt aktualisiert vor

Herkunftsname aus dem Emsland Der erste „von Hebel“ stammte aus Haren-Hebel

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Papenburg. Leserin Helga Krallmann aus Dörpen interessiert sich für Herkunft und Bedeutung des Familiennamens „von Hebel“, eine Theorie dazu hat sie nicht.

Der Name „von Hebel“ ist mit schätzungsweise 230 Namensträgern zu den relativ häufigen Familiennamen zu rechnen. Die genaue Zahl der Personen ist allerdings nicht zu ermitteln, da der zweigliedrige Name in Telefonverzeichnissen in der Regel zusammen mit dem einfachen Familiennamen Hebel erfasst wird. „Hebel“ und „von Hebel“ zusammen werden von etwa 3400 Personen getragen.

Soweit ersichtlich, leben die Familien von Hebel überwiegend im Nordwesten Deutschlands zwischen dem nördlichen Emsland und dem westfälischen Münsterland. In dieser Region ist der Ursprung des Nachnamens eindeutig zu bestimmen. Es handelt sich um einen Herkunftsnamen zum Ort Hebel, der heute Teil der Stadt Haren (Ems) ist. Das Gleiche gilt für den einfachen Familiennamen Hebel, wenn er im Emsland beheimatet ist. Historische Namensformen zeigen, dass es neben Hebel schon früh die Namenvarianten Hebbel und Hebell gab, die beide auch heute noch existieren – allerdings sind beide Namen im Nordwesten heute sehr selten.

Im 15. Jahrhundert erscheint der Name als „van Hebeln“ (1425 in Altharen) und „to Hebell“ (um 1450, ebenfalls in Altharen), später auch „von Hebel“ (um 1500), „zu Hebel“ (um 1600), „von Heebel“ (um 1605) und „van Hebel“ (1645). Bei den heutigen Familien „von Hebel“ ist die ursprünglich plattdeutsche Präposition van durch hochdeutsch von ersetzt worden und blieb erhalten. Bei den meisten Familien fielen „van“ bzw. „von“ weg, sodass der Name heute einfach Hebel lautet und mit dem Ortsnamen identisch ist.

Im Nordwesten ist von Hebel also kein adliger Name, sondern Herkunftsname, bei dem die Präposition von beibehalten wurde. Auch in den Niederlanden gibt es den Namen, dort findet sich auch noch die ältere Namensform „van Hebel“, die in Deutschland wahrscheinlich ausgestorben ist.

Im hessischen Schwalm-Eder-Kreis liegt ein weiterer Ort namens Hebel, heute Ortsteil der Gemeinde Wabern. Hier gab es das Adelsgeschlecht der Herren von Hebel, die vom 12. bis zum 16. Jahrhundert nachzuweisen sind und die in männlicher Linie 1521 ausstarben. Damit erlosch auch der Adelsname von Hebel.

Der einfache Familienname Hebel ist in Nordwest- und in Mitteldeutschland Herkunftsname zum emsländischen oder zum hessischen Ort. In Südwestdeutschland und in der Schweiz ist der Name auf anderem Wege entstanden. Hier gehört er als indirekter Berufsname des Bäckers zum Wort Hebel, das „Sauerteig“ bedeutet.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN