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„Eine Brücke in die Zukunft bauen“ Umweltpreis 2010 für Ernst Naschke aus Papenburg

Ganz in seinem Element ist Ernst Naschke beim Arbeiten im Naturgarten. Lohn für die Mühen ist der Niedersächsische Umweltpreis, den er heute erhält.Foto: Stephanie MetzGanz in seinem Element ist Ernst Naschke beim Arbeiten im Naturgarten. Lohn für die Mühen ist der Niedersächsische Umweltpreis, den er heute erhält.Foto: Stephanie Metz

sm Papenburg. Die Auszeichnung für sein Lebenswerk hat Ernst Naschke schon: Als Sonderpreis erhielt er sie kürzlich im Rahmen des Naturgartenwettbewerbs vom Heimatbund Emsland. Jetzt honoriert auch das Land Niedersachsen den über die Landesgrenzen hinaus bekannten „öffentlichen Privatgarten“ des Papenburgers. Heute wird Naschke in Hannover den Niedersächsischen Umweltpreis 2010 entgegennehmen. Die Platzierung ist jedoch noch geheim.

Mit dem Umweltpreis der niedersächsischen Bingo-Stiftung werden Leistungen honoriert, die entscheidend zum Schutz und zum Erhalt der Umwelt beitragen. Und die außerdem eine Vorbildfunktion für andere besitzen.

Aufgeregt ist Naschke dennoch nicht: „Ich sehe es einfach als Auszeichnung für 30 Jahre Arbeit.“ In den 80er-Jahren hatte der Gärtner seinen Erwerbsbetrieb aufgegeben und widmete sich fortan seiner Passion, auf dem 10000 qm großen Grundstück einen öffentlich zugänglichen Naturgarten zu schaffen. Sein oberstes Ziel war und ist es, der Natur auf diese Weise etwas zurückzugeben. Deswegen baut der 81-Jährige hauptsächlich heimische Pflanzen an und versucht die Grünanlage möglichst naturbelassen zu gestalten.

Durch den Pflanzengarten, an der Streuobstwiese und dem Bienenstock vorbei, schlängelt sich ein schmaler gemulchter Pfad, auf dem die Besucher lustwandeln können. Nebenbei lässt sich allerhand lernen: Naschke hat zahlreiche Infotafeln angebracht, die über die angesiedelte Pflanzen- und Tierwelt aufklären.

Inzwischen kommen viele Schulklassen und Kindergärten, Bewohner von Altenheimen oder Behinderte, um den Lehrpfad zu erkunden. Aber auch für viele Touristen und Einheimische bietet der Garten eine Oase der Entspannung.

Der Gartenbesuch ist kostenlos. In der „Weinstube“ stehen gekühlte Getränke für die Rastenden bereit, an denen sich jeder bedienen kann. Ein Sparschwein für freiwillige Spenden dient als Einnahmequelle. Weit über 1000 Menschen besuchen jährlich Naschkes „Grüne Insel“. Seine Lebensgefährtin Maria Sasse unterstützt ihn bei allen Arbeiten. Zwar ist der Garten bewusst arbeitsarm angelegt worden, damit er auch im Alter zu bewältigen ist. Doch die sanitären Anlagen für die Gäste und das Gulfhaus müssen ebenfalls in Schuss gehalten werden.

Neben dem Schutz der Natur möchte der 81-Jährige mit seinem öffentlichen Grün auch einen Beitrag zum friedlichen Miteinander leisten: „Ich habe den Krieg erlebt und daraus die Lehre gezogen, mit meinen Mitmenschen Freundschaft zu schließen. Mit meinem Garten möchte ich sie ein Stück näher zusammenführen.“ Durch diese Verbindung von Umweltschutz und gesellschaftlichem Nutzen wolle er mit seinem Garten „eine Brücke in die Zukunft bauen“.


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