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Aufräumarbeiten gehen weiter Sturm fegt Dach der Ems-Zeitung in Papenburg vom Gebäude - Straße "Am Stadtpark" wird gegen Mittag wieder freigegeben

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hh/ao/mgr Papenburg. Schwerer Sturmschaden in Papenburg: Das Dach der Ems-Zeitung hat sich am Dienstagnachmittag oberhalb des Archivs vom Gebäude gelöst. Die Aufräumarbeiten liefen bis in die Nacht. Die Straße "Am Stadtpark" bleibt auch am Mittwoch bis zum Mittag voll gesperrt. Verletzte gab es nicht. Es entstand ein Sachschaden von mehreren Hunderttausend Euro.

Direkt nach dem heftigen Sturm lagen Alu- und Holzteile der Dachkonstruktion sowie ein umgestürzter Baum auf der Fahrbahn. "Es sieht aus wie ein Schlachtfeld", beschrieb Redaktionsleiter Holger Hartwig die Situation. Die Glaswolle aus der Dämmung des Daches war im Umkreis von 200 Metern auf der Straße, in Gebüschen und Bäumen verteilt.

Die Aufräumaktion geht auch am Mittwoch noch weiter. In der Nacht zuvor hatten Handwerksbetriebe bis zwei Uhr Sicherungsarbeiten vorgenommen, damit möglichst wenig Wasser in die unteren Gebäudeteile eindringen konnte. Zwischen 12 und 13 Uhr soll am Mittwoch die Straße "Am Stadtpark" wieder freigegeben werden. Die Ems-Zeitung bleibt auch am Mittwoch für Besucher gesperrt. "Es wird aber selbstverständlich auch am Donnerstag eine Zeitung geben", so Hartwig. Das News Café hinter dem Redaktionsgebäude bleibt geöffnet und ist vom hinteren Stadtpark aus zugänglich. Wenn nicht ein neuer Sturm aufzieht, soll die Geschäftsstelle am Donnerstag wieder öffnen.

Feuerwehr und die Polizei waren am Dienstagabend mit über 45 Einsatzkräften dabei, die Unglücksstelle zu sichern. Nach einiger Zeit durfte das Gebäude wieder betreten werden, nachdem zunächst eine Wand als einsturzgefährdet galt. Oberhalb des Archivs im dritten Obergeschoss sind nach ersten Schätzungen 100 Quadratmeter Aluminiumdach auf die Straße geweht, das Dach wog etwa fünf Tonnen. Hier stehen nur noch die Stahlträger, die das Dach gehalten hatten.

Die Bestände des Archivs waren nach dem Unglück einige Zeit dem Unwetter ungeschützt ausgesetzt. Rettungskräfte und Mitarbeiter bildeten eine Menschenkette, um die wertvollen Zeitungsbände zu retten. Die Bergung war um kurz nach 18 Uhr abgeschlossen. 150 bis 250 Bände sind beschädigt.

Um kurz vor 17 Uhr war der Sturm besonders heftig durch Papenburg gefegt. "Das war eine Sache von wenigen Minuten, als der Regen wie Gischt am Meer durch die Straßen fegte", berichtete Michael Fuchs, Mitarbeiter in der Geschäftsstelle der Ems-Zeitung. Kurz darauf hätten sie ein Knacken gehört und zunächst gedacht, ein Baum sei durch den Wind umgeknickt. "Dann sahen wir, wie Teile des Daches auf die Straße fielen und Trümmerteile gegen das Bushäuschen prallten", sagte Fuchs.

Zum Glück seien keine Menschen getroffen worden. Die herumfliegende Glaswolle und andere Aluteile hätten aber sofort den Verkehr gestoppt. Ein Mercedes wurde beschädigt, in dem ein Ehepaar saß.

Ein Spezialkran rückte am frühen Abend an,  um schwere Bauteile von der Straße zu heben. Feuerwehrkräfte zersägten Holz- und Aluteile des Daches, um die Fahrbahn frei zu bekommen. Eine weitere Spezialfirma kümmerte sich um die Glaswolle, die in einem Umkreis von 200 Meter durch den Stadtpark und auf die Straße geflogen war.

Dachdecker, Bauunternehmer und Statiker trafen ebenfalls an der Unglücksstelle ein, um das Gebäude für die Nacht abzusichern. Am Abend nahm der Sturm nahm wieder zu, deshalb versuchten die Einsatzkräfte den Rest des Daches vor weiteren Schäden zu schützen. Mithilfe eines Schwerlastkrans wurden die Schuttreste aus 22 Metern Höhe abgetragen.

 


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