Leider kein Bild vorhanden
12.09.2013, 16:57 Uhr

Kommentar: Glückliche Tiere, freudige Bauern


<em>Artgerechte</em> Tierhaltung ist ein Ziel vieler Bürgerinitiativen. Foto: Archiv/ddpArtgerechte Tierhaltung ist ein Ziel vieler Bürgerinitiativen. Foto: Archiv/ddp

Es klingt verlockend: Glückliche Kühe, Schweine und Hühner, liebevoll gehalten auf dem kleinen Bauernhof nebenan. Das ist – etwas überspitzt zusammengefasst – der Gegenentwurf der vielen Bürgerinitiativen hier wie auch in den Niederlanden zu den „Agrarfabriken“, in denen Zehntausende Hähnchen, Tausende Schweine und Hunderte Rinder ihrem Halter in möglichst kurzer Zeit möglichst hohe Gewinne ermöglichen sollen.

Das Ziel der Initiativen wäre aber kein Zurück, denn tierisches Glück hat es zu Zeiten von monatelang mit dem Kopf zur Wand angebundenen Kühen sowie Schweinen in dunklen, muffigen und sparsam eingestreuten Ställen auch nicht gegeben. Vielmehr wäre es eine noch nicht da gewesene Errungenschaft, wenn auf breiter Basis die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere artgerecht und für den Landwirt auskömmlich vonstatten ginge.

Es ist eine verlockende Vision, die die gerade gegründete Bürgerinitiative ORA hegt, doch sie ist auch ebenso unrealistisch. Gleichwohl ist die Politik gefordert, regulierend einzugreifen, denn es gibt zweifellos Auswüchse in der Tierhaltung, denen Einhalt geboten werden muss. Und was den Bau riesiger Mastanlagen angeht, hat der Gesetzgeber über das Baurecht immerhin reagiert.

Erste Ansätze hin zu einer „grüneren“ Landwirtschaftspolitik sind indes in der EU-Agrarreform erkennbar. Die Bemühungen der vielen Bürgerinitiativen können dazu beitragen, dass dieser Weg noch konsequenter beschritten wird.

Am Ende dürfen aber nicht allein Tiere und Verbraucher glücklich sein, es muss sich auch der Landwirt freuen können, nämlich über seinen Verdienst.


Der Artikel zum Kommentar

0 Kommentare