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Ehemals ADO: Textilhersteller mit neuem Namen und neuen Köpfen Die Wulfs haben in Aschendorf wieder das Sagen

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Aschendorf. Das Jahr beginnt in Aschendorf mit einem Paukenschlag: Die Söhne des ADO-Gründers, Andreas und Klaus Wulf, haben wieder die Mehrheit an dem Aschendorfer Gardinenhersteller übernommen. Das Traditionsunternehmen, das früher den Namen ADO trug, heißt ab sofort „Bothorn“. Unter einem neuen Geschäftsführer soll das Unternehmen wieder wachsen.

„Mein Bruder und ich haben 90 Prozent der Anteile der Dachgesellschaft übernommen“, erklärt Andreas Wulff, Sohn von ADO-Firmengründer Hubert Wulf, die neuen Verhältnisse beim einstigen Weltmarktführer für Gardinen. Im Jahr 2008 hatte Heinz Otto Müller die Mehrheit in dem Aschendorfer Betrieb übernommen, nun hat die Gründer-Familie wieder das Sagen.

Mitarbeiter und Kunden müssen sich mit dem Wechsel einige neue Namen merken. Bei den Aschendorfern hat sich nämlich vieles geändert: Ende vergangenen Jahres hatte das Unternehmen den Markennamen ADO an die hessische Firma Zimmer und Rohde verkauft. Die verbleibenden Firmenteile mit ihren 420 Beschäftigten am Standort Aschendorf und insgesamt 650 Mitarbeitern weltweit sind jetzt zu einer Dachgesellschaft mit dem Namen „Bothorn“ zusammengefasst worden. „Das ist der Mädchenname meiner Mutter“, kommentiert Andreas Wulf die Namensgebung mit einem Schmunzeln.

Neue Firmen

Unter dieser Dachgesellschaft, die nun zu 90 Prozent den Brüdern Wulf gehört und zu zehn Prozent dem bisherigen Mehrheitsgesellschaftern Heinz Otto Müller, firmieren drei Betriebe, die alle ihren Sitz auf dem Aschendorfer Werksgelände haben: Der größte von ihnen ist mit rund 300 Mitarbeitern die Deutsche Textilfabrik (DTF). Diese Firma produziert Gardinen und technische Textilien wie Autositz- und Filterstoffe. 70 Prozent der Produktion liefert die DTF an Zimmer und Rohde, die ein Teil dieser Erzeugnisse unter dem Namen ADO verkauft. Die restliche Produktion geht an andere Auftraggeber, unter anderem an Kunden aus der Autobranche.

Eine weitere Firma unter dem Gesellschaftsdach, die erst jetzt gegründet wurde, ist MAriDO. „In diesem Namen stecken die drei Buchstaben von ADO“, sagt Andreas Wulf mit einem Schmunzeln. „Diese Freiheit haben wir uns erlaubt.“ Es ist eine kleine Erinnerung an die verkauften Namensrechte. Bei MAriDO sind 60 Mitarbeiter angestellt, die sich mit Vertriebsaufgaben beschäftigten – zum Beispiel mit der Auftragsannahme und Kundenbetreuung.

Als dritte Firma gehört „Heimtex Logistik und Service“, unter das Firmendach von Bothorn. Dort übernehmen die rund 50 Mitarbeiter die Lagerung und den Versand der Textilien.

Änderung an der Spitze

An dem 1954 gegründeten Traditionsunternehmen ADO hatte Heinz Otto Müller im Jahr 2008 die Mehrheit der Anteile übernommen. Müller hält jetzt neben den Wulf-Brüdern nur noch zehn Prozent und konzentriert sich im Wesentlichen auf den Unternehmensstandort in Polen. Dort sind rund 200 Mitarbeiter bei einer Tochterfirma mit der Konfektion, also dem Zuschnitt von Textilien, beschäftigt. Die neuen Strukturen und Mehrheitsverhältnisse sollen den Betrieb effektiver, transparenter und damit konkurrenzfähiger machen.

Die Geschäftsführung der Dachgesellschaft Bothorn hat Edgar Ebeling übernommen. Der 55-Jährige wohnt in Bremen und stammt gebürtig aus Hannover. An seinem Heimatort arbeitete er mehrere Jahre in leitenden Positionen beim Gebäckhersteller Bahlsen. Der neue Geschäftsführer sieht das Unternehmen auf Wachstumskurs. „Wir investieren derzeit in neue Maschinen und werben neue Kunden.“

Das Kerngeschäft mit Heimtextilien wie Gardinen sollauch weiterhin erhalten bleiben. Zusätzlich ist geplant, den Umsatz mit technischen Textilien deutlich auszubauen. Bereits nächstes Jahr, 2014, sollen die Heimtextilien nur noch 50 Prozent des Umsatzes ausmachen. Weitere 15 Prozent entfallen dann auf technische Textilien, und 35 Prozent Umsatz kämen laut Planung aus der Autobranche.


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