Stadt setzt Rotstift an Neuer Bauhof in Papenburg wird deutlich teurer als geplant

Bis zum Sommer 2022 soll der Bauhof in Papenburg fertiggestellt sein.Bis zum Sommer 2022 soll der Bauhof in Papenburg fertiggestellt sein.
Jürgen Eden

Papenburg. Die Stadt Papenburg erwartet beim Neubau des Bauhofes deutliche Mehrkosten. Dafür will sie nun an anderer Stelle bei dem Millionenprojekt sparen. Das dürfte auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter haben.

Erst lagen die millionenschweren Neubaupläne aus Kostengründen jahrelang auf Eis, seit Herbst 2020 wird im Gewerbegebiet an der Schulze-Delitzsch-Straße gebaut und nun stellt sich heraus, dass der neue Bauhof der Stadt Papenburg deutlich teurer wird als geplant. Das geht aus den Beratungsvorlagen für die anstehende Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Kostencontrolling hervor. Das Gremium tagt am kommenden Mittwoch, 19. Januar 2022, ab 17 Uhr in der Stadthalle Forum Alte Werft.

Gerd Schade
Auf rund 20.000 Quadratmeter erstreckt sich Baufeld, auf dem am 1. Oktober 2020 Vertreter von Politik, Verwaltung sowie der bauausführenden Firmen symbolisch zur Schaufel griffen.

Alles in allem kostet der Neubau demnach voraussichtlich eine halbe Million mehr als bislang veranschlagt. Die Stadt hatte das Gesamtinvestitionsvolumen bisher auf 5,5 Millionen Euro beziffert.

„Allgemeine Baukostensteigerung“ Grund für Mehrkosten

Als Grund für die zu erwartenden Mehrkosten gibt die Stadt die „allgemeine Baukostensteigerung“ sowie „zahlreiche Nachträge im Zuge der Errichtung des Hauptgebäudes“ an. Die Stadt verfügt nach Angaben der Verwaltung aber noch über 200.000 Euro an Rückstellungen beziehungsweise Restmitteln aus der Sanierung des Bauhofes an seinem bisherigen Standort (Gutshofstraße) im Jahr 2017. 

Klaus Dieckmann
Noch ist der städtische Bauhof an der Gutshofstraße in Papenburg beheimatet (Archivbild).

Deshalb sind „nur“ 300.000 Euro im Haushaltsentwurf 2022 nachgemeldet worden. Ein Teil der Mehrkosten werde sich laut Verwaltung aber durch geringere Energie- beziehungsweise Betriebskosten unter anderem dank einer Solaranlage zum Aufbereiten von Warmwasser, einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung, hoher Dämmung, Fotovoltaik sowie eines Regenwassertanks für die Fahrzeugwäsche „mittelfristig amortisieren“.

Stadt Papenburg
So sah es im Frühjahr 2021 auf der Baustelle Bauhof aus.

Und doch lotet die Stadt größere und kleinere Einsparmöglichkeiten aus. So wird anders als zunächst geplant – aus Kostengründen, aber auch im Hinblick auf die Mobilitätswende – keine eigene Tankstelle auf dem neuen Bauhof-Gelände errichtet. Die Amortisierung einer konventionellen Tankstelle sei fraglich, heißt es aus dem Rathaus. 

E-Ladesäulen statt konventionelle Tankstelle

Stattdessen sollen die Bauhoffahrzeuge im Stadtgebiet „nach dem Zufallsprinzip“ tanken. Statt der Tankstelle sollen auf dem Baubetriebshof sechs Ladesäulen für Elektrofahrzeuge errichtet werden. Ebenfalls aus Kostengründen verzichtet die Stadt zunächst auf das Erschließen einer Außenlagerfläche.

Stadt Papenburg/Ingenieurgesellschaft Nordwest
Die Außenansicht des Bürogebäudes in seiner ursrprünglich geplanten Form als Grafik.

Weitere Einsparungen dürften indes direkte Auswirkungen auf den Arbeitsalltag der rund 80 Beschäftigten haben. Der „Streichliste“ zufolge wird es beispielsweise in der Werkhalle weniger Fenster geben. Lichtkuppeln im Obergeschoss werden kleiner aus- oder ganz entfallen. Im Umkleidebereich für die Mitarbeiter soll die Anzahl der Leuchten reduziert und in die Duschen erst gar keine keine Türen eingebaut werden. Gespart werden soll überdies unter anderem bei der Dachabdichtung sowie beim Schottern von Tragschichten und Lagerflächen.

Bis zum Sommer soll alles fertig sein

Den Zeitplan beim Bauen will die Stadt aber einhalten. Demnach ist die Gesamtfertigstellung weiterhin bis zum Sommer 2022 vorgesehen. Der Baufortschritt lässt sich auf der Internetseite der Stadt in Form eines Foto-Tagebuchs verfolgen.

Gerd Schade
Ein Doppel-Salzsilo wie hier bei der Kreisstraßenmeisterei in Aschendorf soll auf dem Gelände des Bauhofes der Stadt Papenburg gebaut werden.

Nach dem Vorbild der Anlage der Kreisstraßenmeisterei an der Oldenburger Straße in Aschendorf soll auf dem Gelände ein Doppelsilo zum Aufbewahren von Streusalz für den Winterdienst gebaut werden. Dieser Posten schlägt bei den Mehrkosten aber nicht zu Buche. Vielmehr sei er ein eigenes Teilprojekt mit separatem Budget des städtischen Fachbereichs Tiefbau.


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