Gesundheitsamt am Limit Corona-Infizierte sollen im Emsland bei Kontaktermittlung helfen

Die vierte Corona-Welle hat das Emsland im Griff.Die vierte Corona-Welle hat das Emsland im Griff.
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Meppen. Die vierte Corona-Welle macht auch vor dem Emsland keinen Halt. Der Landkreis gibt einen Überblick über die aktuelle Lage - und schlägt Alarm.

Wieder mehr Todesfälle, ein dynamisches und diffuses Infektionsgeschehen, ein deutlicher Anstieg von Corona-Patienten in den Krankenhäusern sowie ein Gesundheitsamt, das am Limit ist: Am Montag gibt die Kreisverwaltung einen Überblick über das Covid-19-Geschehen im Emsland.  

Todesfälle: Die Dynamik der Todesfälle hat nach Angaben der Kreisverwaltung seit dem Sommer wieder zugenommen. Stand Montag, 5. November, sind 212 Menschen im Emsland im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Die in den vergangenen Wochen Verstorbenen seien zum Teil geimpft gewesen, hätten aber in der Regel erhebliche Vorerkrankungen gehabt und waren im Durchschnitt deutlich älter. Die häufigsten Todesfälle kamen zuletzt aus der Samtgemeinde Werlte, die auch sehr hohe Infektionszahlen zu verzeichnen hatte.

Carola Alge
Über 140 liegt die Inzidenz weiterhin im Landkreis Emsland.

Infektionsgeschehen: Das Infektionsgeschehen bezeichnet die Kreisverwaltung als dynamisch und diffus. Es sei kein einzelner Hotspot identifizierbar. Viele Einzelfälle, familiäre Häufungen und Ansteckungen in Unternehmen würden die Zahlen nach oben treiben. Da aber relativ viele Infizierte inzwischen geimpft seien, komme es in diesen Fällen vornehmlich zu milden Krankheitsverläufen. Der Anteil der geimpften Infizierten liege bei gut einem Drittel. Die 7-Tages-Inzidenz der Ungeimpften ist um ein Vielfaches höher.

Kontaktermittlung: "Das Gesundheitsamt ist sehr stark belastet, weil aktuell sehr viele Infektionen und Kontakte bestehen", heißt es am Montag aus dem Kreishaus. Das führe zu einem hohen Aufwand und ziehe Verzögerungen nach sich. Es werde daher geprüft, inwieweit Corona-Infizierte noch besser in die Kontaktermittlung eingebunden werden könnten und die eigenen Kontakte selbst benachrichtigt werden können. Vergleichbar sei dies nach Angaben der Kreisverwaltung mit dem Vorgehen in Hamburg.

Krankenhäuser: Das Versorgungs- und Transportaufkommen durch Covid-19-Patienten ist der Verwaltung zufolge deutlich gestiegen. Aktuell würden sich in den Krankenhäusern im Emsland 22 Corona-Patienten auf der Normalstation befinden. Auf der Intensivstation würden drei Menschen behandelt, alle drei müssten beatmet werden.

dpa/Marijan Murat
Ab Mittwoch, 10. November, fährt ein Impfbus durch das Emsland.

Impfungen: Im Emsland sind nach aktuellem Stand 69,6 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Die Anzahl der Erstimpfungen liege bei 74 Prozent. Da der Rückbau der Impfzentren abgeschlossen ist, habe sich die Impftätigkeit vor allem auf die Hausärzte verlagert. Unterstützend sind zwei mobile Impfteams vom DRK und Malteser Hilfsdienst im Einsatz. Wie es aus dem Kreishaus weiter heißt, würden Bewohner von Senioren- und Pflegeeinrichtungen derzeit eine Auffrischungsimpfung durch die mobilen Impfteams erhalten. Fast 3000 Drittimpfungen seien durch die Impfteams bislang durchgeführt worden.

Darüber hinaus seien nach den Herbstferien Impfaktionen an Schulen angelaufen (Oberstufen) für die Erst- und Zweitimpfung. Vom 9. bis 11. November führt das DRK in Lingen und Meppen Erst- und Zweitimpfungen für Jugendliche ab 12 Jahre durch. Ab dem 10. November kommt zudem ein Impfbus zum Einsatz, der an verschiedenen Orten im gesamten Emsland Station macht. Die Emsland-Route werde aktuell erstellt. Sein ersten Halt macht der Impf-Bus in Papenburg. In dem Impfmobil werden Erst- und Zweitimpfungen durchgeführt sowie Drittimpfungen entsprechend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission bei den über 70-Jährigen.


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