Bürgermeisterwahl 2021 Papenburg: Kandidat Kleinhaus geht auf Mitbewerber Pott und CDU los

Im Ringen um den Chefsessel im Papenburger Rathaus fährt Bürgermeisterkandidat Ulli Kleinhaus verbal schweres Geschütz auf (Archivbild).Im Ringen um den Chefsessel im Papenburger Rathaus fährt Bürgermeisterkandidat Ulli Kleinhaus verbal schweres Geschütz auf (Archivbild).
Gerd Schade

Papenburg. Scharfe Attacken reitet der Papenburger Bürgermeisterkandidat Ulli Kleinhaus (parteilos) gegen seinen neuen, ebenfalls parteiunabhängigen Mitbewerber Johannes Pott sowie gegen die CDU. Die Angegriffenen kontern gelassen.

Kleinhaus fährt gegen Pott, dessen Kandidatur um die Amtsnachfolge von Jan Peter Bechtluft (CDU) zum Ende vergangener Woche überraschte, verbal schweres Geschütz auf. Seine Kritik entzündet sich an mehreren Punkten. 

Zufall oder ein abgekartetes Spiel?

Wie der Obenender berichtet, seien er und seine bisherigen Mitbewerber Pascal Albers (CDU), Vanessa Gattung (SPD) und Marion Terhalle (FDP) nacheinander vom Rotary Club (RC) Papenburg zu Online-Vorstellungsrunden für die RC-Mitglieder eingeladen worden. Er sei der letzte in dieser Reihe gewesen. Und nur vier Tage später sei eine Stellenanzeige in der Ems-Zeitung erschienen, in der ein noch namentlich nicht genannter parteiunabhängiger Bürgermeisterkandidat einen Referenten suche. Pott sei RC-Mitglied. „Ist das ein Zufall oder war das ein abgekartetes Spiel?“, fragt Kleinhaus.

Gerd Schade
Scharfe Attacken reitet UIli Kleinhaus (Archivbild).

Pott unterstellt er, es „schamlos ausgenutzt“ zu haben, seine Ideen für sich zu nutzen. Und nicht nur das: Der 58-Jährige habe sein Wahlprogramm 1:1 zu übernommen. Kleinhaus spricht in diesem Zusammenhang von „Verrat am Wählerwillen“ und zeigt sich menschlich enttäuscht.

Kleinhaus zieht Parallelen zur Wahl 2006

Der 35-Jährige nimmt aber auch die CDU ins Visier. Dabei zieht er Parallelen zur Kommunalwahl 2006 (damals trat Noch-Amtsinhaber Jan Peter Bechtluft vorübergehend aus der CDU aus, gegen den von den Christdemokraten nominierten Helmut Stavermann an und gewann). Kleinhaus vermutet, dass Potts Kandidatur von einflussreichen CDU-Mitgliedern („Strippenzieher aus dem Hinterzimmer“) gestützt werde und deren „Marionette“ sei. „Sollte sich mein Verdacht bestätigen, tut es mir für Pascal Albers leid“, erklärt Kleinhaus, der dessen Bewerbung durch Potts Kandidatur offenbar geschwächt sieht.

Gerd Schade
Weist alle Unterstellungen zurück: Johannes Pott.

Pott weist die Unterstellungen zurück. Auf Anfrage unserer Redaktion versichert er, dass er von jeher parteiunabhängig sei und dies auch bleiben werde. Seine Entscheidung für eine Kandidatur habe er allein getroffen. „Den Vorwurf, eine ,Marionette' der CDU zu sein, weise ich deshalb zurück“, betont Pott. Auch sein Wahlprogramm und die darin enthaltenen Ideen habe er selbst entwickelt.

Pott: Habe an keiner Vorstellungsrunde teilgenommen

Pott bedauert, dass die Rotarier in die Debatte hereingezogen werden. Er beteuert, dass der RC wie auch die Öffentlichkeit erst in der vergangenen Woche über seine Pläne informiert worden seien. Die Idee zu den Vorstellungsrunden sei im Übrigen aus dem Kreis der Kandidaten an den Club herangetragen worden. „Ich persönlich habe bewusst an keiner dieser Vorstellungsrunden teilgenommen“, so Pott. Dessen Äußerungen werden vom amtierenden RC-Präsidenten Eggo Borchers in einem Schreiben an die Bürgermeisterkandidaten bestätigt.

Deutlich distanziert sich auch CDU-Stadtverbandsvorsitzender Burkhard Remmers von Kleinhaus' Mutmaßungen: „Alle Unterstellungen, Johannes Pott werde von Teilen der CDU unterstützt, sind billige Stimmungsmache. Da hat wohl jemand Spaß am Zündeln. Das ist verantwortungslos und abwegig.“

CDU will sich nicht zu Mitbewerbern äußern

Die CDU stehe geschlossen hinter Pascal Albers – ohne Wenn und Aber. Aus allen Stadtteilen erfahren wir eine sehr große Unterstützung für seine Kandidatur zum Bürgermeister. Man werbe für ihn, weil er die fachliche und persönliche Qualifikation habe, die politische Erfahrung mitbringe und klare Ideen zum Beispiel für eine moderne Verwaltung mit viel Wirtschaftsförderung und bürgernaher Bauverwaltung habe.

Wie Remmers weiter ausführt, „bleiben wir dabei, dass wir uns zu Kandidaturen von Mitbewerbern nicht äußern. Wir beteiligen uns auch nicht an den wilden Spekulationen darüber, wer die Wahlkämpfe unterstützt und bezahlt, Büroräume der unabhängigen Kandidaten stellt und den Referenten vergütet. Wir wissen nicht und bewerten auch Gerüchte darüber nicht, wer hinter den Kandidaten steht, ob Rotarier oder nicht. Dazu schätzen wir das ehrenamtliche Engagement der Rotarier zu sehr.“


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