Protestbanner sorgen für Aufsehen Splitting in Papenburg wird in den Sommerferien ausgebessert

Protestbanner wie dieses im Einmündungsbereich in die Rheiderlandstraße machten auf den Zustand der Straße Splitting in Papenburg aufmerksam.Protestbanner wie dieses im Einmündungsbereich in die Rheiderlandstraße machten auf den Zustand der Straße Splitting in Papenburg aufmerksam.
Gerd Schade

Papenburg. Der Splitting ist wie viele andere Straßen in Papenburg seit Jahren in einem arg sanierungsbedürftigen Zustand. In den Sommerferien soll sie spürbar ausgebessert werden. Bürgermeisterkandidat Ulli Kleinhaus (parteilos) gerät bei dem Thema trotzdem in Rage.

Der 35-Jährige, der am Splitting ein Immobilienbüro betreibt, hat an mehreren Stellen gelbe Banner aufgehängt, die in den sozialen Netzwerken auf viel Resonanz gestoßen sind. „Achtung Riesenschlaglöcher!“ steht in großen schwarzen Lettern auf den Transparenten, die im Einmündungsbereich in die Rheiderlandstraße sowie an der Kreuzung Birkenallee/Johann-Bunte-Straße hängen. „Hier muss erst was passieren, damit etwas passiert!“, heißt es auf den Bannern. Und weiter: „Wir bitten um ihr Verständnis!“ 

Umfassende Instandsetzung auf knapp acht Kilometer Länge geplant

Letzteres ließe die Schlussfolgerung zu, dass die zuständige Behörde die Transparente, die laut Kleinhaus zwischenzeitlich entfernt worden seien, aufgehängt hat. Dem ist aber nicht so, wie die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lingen auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt. Der Splitting ist eine Landesstraße (L51). Sie soll inklusive der Radwege auf einer Strecke von insgesamt knapp acht Kilometern umfassend instand gesetzt werden – und zwar von der Rheiderlandstraße bis zur B401 in Surwold. Geplant ist eine Sanierung in mehreren Abschnitten. Ob sie aber wie bislang angekündigt tatsächlich 2022 beginnt, erscheint gegenwärtig unklar.

Fotos: Gerd Schade/Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Wie der inzwischen ehemalige Leiter der Straßenbaubehörde in Lingen, Klaus Haberland, in einem Gespräch mit unserer Redaktion im Juli 2020 mitteilte, ist das Gesamtinvestitionsvolumen mit 20 Millionen Euro und die Bauzeit mit vier bis fünf Jahren veranschlagt. Nach seiner Einschätzung rollen täglich mehr als 10.000 Fahrzeuge über den Splitting.

Das hat Spuren hinterlassen – sicht- und spürbare. Die Straße gleicht stellenweise einer regelrechten Buckelpiste. Am Fahrbahnrand weisen Warnschilder auf „Straßenschäden“ hin.

Gerd Schade/Archiv

Der Zustand der Fahrbahn soll sich neuerdings noch in diesem Jahr zumindest teilweise verbessern. Das ergab eine aktuelle Nachfrage unserer Redaktion bei der Behörde. „In diesem Jahr stehen umfangreiche Ausbesserungsarbeiten an“, teilte Haberlands Amtsnachfolgerin Hannah Timmer am Freitag mit. Diese dürften nach ihrer Auffassung den Zustand der Straße vor allem im Bereich Rheiderlandstraße (K158) sowie Birkenallee/Johann-Bunte-Straße (K144) deutlich verbessern. 

Behörde rechnet mit weniger Beeinträchtigung bei Arbeit in den Ferien

„Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung der Straße haben wir uns entschlossen, die Arbeiten in die Sommerferien zu verlegen“, erklärt Timmer. Dann sei infolge der Sperrung wegen der Bauarbeiten mit geringeren Beeinträchtigungen zu rechnen. Dies dürfte nach den Worten der Behördenleiterin auch im Sinne der Anwohner sein.

Wie Timmer weiter erläutert, werde die von Haberland beschriebene umfangreiche Planung weiterhin verfolgt. Wann sie aber konkret umgesetzt werde, lasse sich derzeit nicht sagen. Timmer spricht in diesem Zusammenhang von „schwierigen Randbedingungen“ wie dem Untergrund. Das erfordere umfangreiche Planung und Vorbereitung. „Mit der in diesem Jahr durchgeführten Sanierung wird die Straße wieder in einen verkehrssicheren Zustand gebracht“, versichert Timmer.

Bürgermeisterkandidat Kleinhaus: Auto- und Motorradfahrer in Gefahr

Bürgermeisterkandidat Kleinhaus dauert das alles indes viel zu lange. Er hat nach eigenem Bekunden auch kein Verständnis dafür, dass selbst „Flickarbeiten“ nicht schneller erledigt werden könnten. „Die Straße wird immer katastrophaler“, schimpft der Obenender. Die Schlaglöcher seien mittlerweile so groß und tief, dass Autofahrer Angst haben müssten, dass ihnen die Achsen unter ihren Fahrzeugen wegbrechen würden. Besonders gefährdet seien Motorradfahrer, meint Kleinhaus. Im Übrigen wolle er die entfernten Banner durch neue ersetzen – versehen mit folgendem Zusatz: „Lass mich hängen, ich weise auf gefährliche Gefahrenstellen hin!“


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