#ELhältzusammen So können Papenburger Familien den Kinderzuschlag beantragen

Von pm

Den Antrag für den Notfall-Kinderzuschlag können Betroffene online stellen. Foto: Mascha Brichta/dpaDen Antrag für den Notfall-Kinderzuschlag können Betroffene online stellen. Foto: Mascha Brichta/dpa
Mascha Brichta

Papenburg. Ab 1. April gibt es den Notfall-Kinderzuschlag für Familien, deren Einkommen durch die Corona-Krise gesunken ist, etwa wegen Kurzarbeit. Bisher bekommen jedoch nur 30 Prozent der Berechtigten diesen Zuschlag von bis zu 185 Euro je Kind. In dieser Situation will der Verein für aufsuchende kirchliche Jugendarbeit in Papenburg (AukiJu) Familien bei der Antragstellung auf Kinderzuschlag unterstützen.

Pastor Johannes Treblin ist Vorsitzender von AukiJu. Er sagt: "Viele Familien geraten jetzt in finanzielle Not. Es reicht nicht aus, sie auf den Kinderzuschlag hinzuweisen, sondern viele brauchen persönliche Hilfe bei den Anträgen. Diese Hilfe wollen wir als Verein geben. Wir beraten telefonisch und auch persönlich unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften." 

Komplizierte Beantragung

Viele wüssten nicht, dass es überhaupt den Kinderzuschlag gibt. Anders als bei Kindergeld oder Elterngeld können nicht alle den Kinderzuschlag erhalten, sondern nur Familien mit niedrigem bis mittlerem Einkommen. Deshalb sei der Kinderzuschlag keine Selbstverständlichkeit, über die jeder Bescheid weiß. Außerdem sei es kompliziert, die Einkommens- und Kostenbelege vollständig an die Familienkasse zu übermitteln, weiß Treblin.

So muss man sich bei Fragen in lange telefonische Warteschleifen begeben, was viele Antragsteller entmutigt. Werden dann Abgabefristen versäumt, lehnt die Familienkasse den Antrag wegen "fehlender Mitwirkung" ab. AukiJu fordert deshalb, dass die Familienkasse ähnlich wie beim Elterngeld oder Wohngeld ortsnah eine persönliche Beratung einrichtet. 

Politik signalisiert Unterstützung

Dazu hat der Verein schon viele Gespräche mit der Verwaltung und örtlichen Politikern geführt. Aus städtischen Geldern sei ein persönliches Beratungsangebot nicht möglich, erfuhr Treblin von den Gesprächspartnern, deshalb führt AukiJu jetzt Gespräche mit Bundespolitikern. Ein erstes Gespräch fand mit dem familienpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Matthias Seestern-Pauly statt. Dabei begrüßte der Abgeordnete die Ideen des Vereins. "Als nächstes werden wir Gespräche mit den Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann (CDU) und Markus Paschke (SPD) führen", kündigt Johannes Treblin an. Vielleicht kommt so Bewegung in die Angelegenheit. 

Zur Sache

Mehr zum Projekt #ELhältzusammen
Mit der Solidaraktion #ELhältzusammen wollen wir in vielerlei Weise gemeinsam mit und für die Menschen hier im Emsland Zeichen setzen. Zu den ersten Schritten gehörte, dass wir die Menschen hier in der Region über die Angebote und Leistungen der örtlichen Geschäfte und Gastronomie in der Krise auf dem Laufenden halten. Außerdem wollen wir die Nachbarschaften miteinander vernetzen. In dieser Karte finden Sie sowohl die Geschäfte als auch Hilfsangebote und Sie können dort Ihre eigenen Leistungen eintragen. Die Karte wird natürlich fortlaufend aktualisiert. 


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