Auftakttreffen in Papenburg Projekt "LandArt" soll Integration durch Kunst fördern

Von Nils Kögler

Die Vertreter der Mitgliedsgemeinden bekamen die Gelegenheit, sich bei Kaffee und Kuchen über erste Ideen für mögliche Kunstprojekte auszutauschen. Foto: Nils KöglerDie Vertreter der Mitgliedsgemeinden bekamen die Gelegenheit, sich bei Kaffee und Kuchen über erste Ideen für mögliche Kunstprojekte auszutauschen. Foto: Nils Kögler

Papenburg. Mit einer Auftaktveranstaltung im Alten Forum Papenburg ist das "LandArt"- Projekt der „Willkommensregion Nördliches Emstal“ gestartet. Es verfolgt das Ziel, vor allem Migranten über die Teilhabe an landschaftlichen Kunstprojekten in die Gemeinschaft zu integrieren.

Die Willkommensregion besteht aus den Gemeinden Haren und Rhede, der Stadt Papenburg sowie den Samtgemeinden Lathen und Dörpen und ist eine Modellregion für einen sogenannten ländlichen Veränderungsprozess (LVP), der durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. 

Man wolle zu einer echten Willkommensregion werden, die „alle Menschen mit offenen Armen empfängt“, erklärte Papenburgs Bürgermeister Jan-Peter Bechtluft (CDU) den anwesenden Vertretern der Mitgliedsgemeinden. Neben Themen wie dem Sport sei gerade Kunst etwas, das Menschen verbinde, so Bechtluft. Auch Petra Wendholz, Leiterin der an dem Projekt beteiligten Kunstschule Zinnober, betonte den gesellschaftlichen Aspekt des Projekts. „Was kann man mit Kultur besseres schaffen als eine Willkommenskultur sichtbar zu machen“, fragte sie die Anwesenden. 

Das Projekt LandArt vorgestellt haben (von links) die Moderatoren Carsten Stimpel und Birgit Böhm, Frank Nordiek und Wolfgang Buntrock, Petra Wendholz und Jan-Peter Bechtluft. Foto: Nils Kögler

Was genau sich hinter "LandArt" verbirgt, das klärten Frank Nordiek und Wolfang Buntrock vom Atelier "LandART" in Hannover, die das Projekt künstlerisch begleiten werden. "LandArt" sei eine in den 1960er-Jahren entstandene Kunstform, bei der es darum gehe, aus in der Natur vorgefundenen Materialen ein Kunstwerk zu kreieren, das im Gegensatz zu anderen Werken die Natur nicht nur als Schauplatz nutze, sondern selbst Teil der Natur werden solle, erklärten die Künstler. Die Kunstwerke seien dabei nicht für die Ewigkeit gedacht, sondern vergänglich, da sie den Einflüssen der Natur ausgesetzt seien und dementsprechend von ihr verändert würden, erklärte Nordiek.

Fünf Workshops in fünf Kommunen

In insgesamt fünf Workshops, die jeweils vier Tage dauern, sollen interessierte, in der Region lebende Menschen an die Kunstform herangeführt werden und zusammen eine Landschaftsskulptur entwickeln und errichten. Die Teilnehmer sollten dabei die ganze Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln, erklärte Buntrock. Bei dem Projekt gehe es nämlich weniger um das Kunstwerk an sich, sondern um die gemeinsame Arbeit während des Baus, so Buntrock weiter. Besondere Qualifikationen seien für die Teilnahme nicht notwendig. Jeder sei bereits einmal in Auseinandersetzung mit Naturmaterialien und der Landschaft getreten und könne deshalb mitmachen, meint Nordiek. Pro Mitgliedsgemeinde wird ein Workshop stattfinden. Wann und wo genau diese durchgeführt werden, steht derzeit noch nicht fest. 


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