"Alle sind liebenswert" Kunstabend in Papenburg zeigt menschliche Vielfalt

Von Hermann-Josef Tangen

Begeisterte die Besucher mit ihrem Kunstabend in der St. Marien-Kirche: Die Gruppe Lebenskunst mit (von links) Vera Butterweck-Kruse, Christa Dickebohm, Maria Butterweck, Silvia Gerbrand und Doris Brinker. Foto: Hermann-Josef TangenBegeisterte die Besucher mit ihrem Kunstabend in der St. Marien-Kirche: Die Gruppe Lebenskunst mit (von links) Vera Butterweck-Kruse, Christa Dickebohm, Maria Butterweck, Silvia Gerbrand und Doris Brinker. Foto: Hermann-Josef Tangen
Hermann-Josef Tangen

Papenburg. Auf künstlerischer Ebene haben sich am vergangenen Freitag die Initiatoren zusammen mit zahlreichen Besuchern in der St. Marien-Kirche mit dem Begriff Vielfalt auseinandergesetzt. Im Rahmen der besinnlichen Veranstaltung wurden Bilder gezeigt und darauf abgestimmte Musik- und Gesangsstücke vorgetragen.

Der von der Gruppe Lebenskunst durchgeführte Kunstabend war als Teil einer Veranstaltungsreihe anlässlich des 150. Gründungsjahres der Pfarrgemeinde St. Michael Papenburg, zu der auch die Marien-Kirche gehört, ausgewiesen.

An dem Kunstabend wurden Bilder der Malerin Silvia Gerbrand gezeigt. Die Künstlerin erläuterte ihre Intentionen und führte aus, was sie zu ihren Werken inspiriert hatte. Doris Brinker trug dazu passende Texte vor und Christa Dickebohm rundete die Betrachtung mit Unterstützung durch den Kirchenchor St. Cäcilia Lehe durch selbst komponierte Musik- und Gesangsstücke auf.

Mit Überleitungen zum Nachdenken stimmte Maria Butterweck die mehr als 150 Besucher auf die einzelnen Komponenten des Kunstabends ein.

Dabei machten die vier Frauen deutlich, dass Vielfalt Individualität zum Ausdruck bringt, in ihrer Ursprünglichkeit von Buntheit, Fülle, Reichtum, Lebensfreude, Traurigkeit und Anderssein geprägt ist und in jedweder Form eine Einzigartigkeit an den Tag legt. Alle Menschen, so die Botschaft, sind liebenswert, und zwar genauso, wie sie sind.

Die Geschichte der kleinen "Anna"

Sichtlich berührt waren die Besucher von dem Bild und der Geschichte zu „Anna“, einem kleinen Mädchen, das mit einer Behinderung und damit anders als erwartet auf die Welt kam und nach Angaben seiner Mutter genau dadurch Vielfalt und Freude in die Familie gebracht hat. In ihrem emotionalen Vortrag schilderte Vera Butterweck-Kruse ihre Gefühle und Gedanken, die sie seit der Geburt ihrer kleinen Tochter begleiten.

Sie berichtete von dem Schock, als man ihr eröffnete, dass ihr Baby einen Herzfehler habe und zudem unter Trisomie 21 (Down Syndrom) leide. Doch sie und ihre ganze Familie hätten es so angenommen, wie es ist und dadurch eine vorher nie geglaubte Bereicherung ihres Lebens erfahren. Auch wenn man sich Gedanken mache, was einmal aus dem kleinen Mädchen werden mag, so sei man dankbar für jeden Tag des Zusammenseins. „Wir leben, lieben und alles ist genauso, wie es sein sollte“, so Vera Butterweck-Kruse.


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