Beratung und Familientherapie Chefarzt aus Papenburg leitet Bundesverband

Von pm, gs

Niemand soll allein mit seinen Problemen bleiben müssen. Der Fachverband DGSF setzt auch auf mehreren psychotherapeutischen Ebenen an. Symbolfoto: Peter Steffen/dpaNiemand soll allein mit seinen Problemen bleiben müssen. Der Fachverband DGSF setzt auch auf mehreren psychotherapeutischen Ebenen an. Symbolfoto: Peter Steffen/dpa

Papenburg. Der Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Marien-Hospitals Papenburg-Aschendorf, Dr. Filip Caby, ist zum Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) gewählt worden.

Bei der Systemischen Therapie handelt es sich um ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Schwerpunkt auf dem sozialen Umfeld liegt. Im Mittelpunkt des systemischen Handelns steht nach Angaben der Gesellschaft die Haltung, dass die behandelten Systeme in der Lage sind, eigene Lösungen für Probleme zu finden. Aufgabe der Beratenden ist es demnach, die eigenen Ressourcen der Patienten und deren jeweiligem Umfeld herauszuarbeiten, sodass sie Teil der Problemlösung sein Können. 

Dr. Filip Caby. Foto: Christoph Schillingmann/Archiv

Die DGSF ist ein berufsübergreifender Fachverband für Systemische Therapie, Beratung, Supervision (Beratung zur Reflexion des eigenen Handelns), Mediation, Coaching und Organisationsentwicklung. Sie  vertritt die Interessen von mehr als 7500 Mitgliedern. 

Systemische Haltung auch Ansatz in Aschendorf

Auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik (KJPP) Aschendorf, wie die Einrichtung mit vollständigem Namen heißt, wird die systemische Haltung in der Therapie der jungen Patienten und deren Familien umgesetzt.

Caby zufolge konnte im vergangenen Jahr die Systemische Therapie neben der tiefenpsychologischen Psychotherapie und der Verhaltenstherapie zur sozialrechtlichen Anerkennung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss im Erwachsenen-Psychotherapiebereich gebracht werden. Als nächstes Ziel habe sich der Verband die Anerkennung im Kinder- und Jugendbereich gesetzt.

Eine Struktur, drei Säulen

Wie es in einer Pressemitteilung des Marien-Hospitals weiter heißt, zeichnet sich der Verband durch eine dezentrale Fach- und Regionalgruppenstruktur aus. Er verbinde Menschen und Institutionen, die systemisch arbeiten. Die DGSF beruht demnach auf der kooperativen „Drei-Säulen-Struktur“: Jugendhilfe – Gesundheit – Arbeitsweltliche Anliegen. Letztere bezieht sich auf Themenbereiche wie Organisationsentwicklung und Supervision. Ziel sei es, systemisches Denken und Arbeiten in Organisationen und Berufsfeldern zu fördern und insbesondere (Familien-) Beratung und (Familien-)Therapie zu verbreiten.

Der DGSF-Vorstand. Foto: Marien-Hospital

Caby ist bereits seit sechs Jahren im DGSF-Vorstand aktiv. Als Vorsitzender bildet er nun zusammen mit der auf der Mitgliederversammlung in der Universität Hamburg ebenfalls neu gewählten Anke Lingnau-Carduck die „Doppelspitze“ des Verbandes. Stellvertretende Vorsitzende ist die Diplom-Sozialpädagogin Valeska Riedel. Neu im Vorstand sind ebenfalls Prof. Dr. Matthias Ochs, Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut als stellvertretender Vorsitzender, und Diplom-Psychologe Matthias Richter als Schatzmeister. Mitglieder der DGSF sind Psychologen, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Pädagogen, Ärzte sowie Angehörige weiterer vorwiegend psychosozialer Gruppen.


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