Amnesty-Aktion auf dem Wochenmarkt Papenburger mit Strick und Galgen gegen Todesstrafe

Mit Schlingen um den Hals unterstrichen Gerold Siemer, Günter Mehrkens und Rudolf Siemer (von links) ihre Forderung nach Abschaffung der Todesstrafe.  Foto: Philipp HelmMit Schlingen um den Hals unterstrichen Gerold Siemer, Günter Mehrkens und Rudolf Siemer (von links) ihre Forderung nach Abschaffung der Todesstrafe. Foto: Philipp Helm

Papenburg. Mit einem Galgen hat die Papenburger Gruppe der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) Ortsgruppe an Freitag auf dem Wochenmarkt ihrer Dauer-Forderung nach der weltweiten Abschaffung der Todesstrafe unterstrichen.

Anlass war der Internationale Tag gegen die Todesstrafe. Außerdem warben die Menschenrechtler um Unterschriften für ihren aktuellen „Adoptiv-Fall“. 

„Wir möchten möglichst viele Unterschriften für die Begnadigung von Hoo Yew Wah sammeln“, erklärt der Gründer der Ortsgruppe, Gerold Siemer. Der junge Malaysier wurde in seinem Heimatland wegen Drogenbesitzes zum Tode verurteilt. Die Menschenrechtler wollen damit erreichen, dass die Todesstrafe in eine lebenslange Hafstrafe umgewandelt wird.

Laut Siemer ist Yew Wah nur einer von vielen weltweiten Fällen. Im vergangenen Jahr seien mindestens 690 Menschen zum Tode verurteilt und auch exekutiert worden. Die fünf größten Staaten sind dabei Amnesty zufolge der Irak, der Iran, China, Saudi-Arabien und Vietnam. Im Iran wird die Todesstrafe auch an Jugendlichen angewandt. Die Zahl der Staaten, die die Todesstrafe verhängen und ausführen, sei aber rückläufig, so Siemer. 

Poetry-Slam in der Nikolaikirche geplant

2018 haben 54 Länder die Todesstrafe verhängt und 20 davon haben sie auch angewandt. Die meisten davon seien Staaten mit schwach ausgeprägten demokratischen Tendenzen, wie Siemer betont. Mit ihrem Infostand will die Papenburger AI-Gruppe auf die Problematik hinweisen und die Menschen gegen diese Praxis mobilisieren. Zu ihrem Rüstzeug gehörten auf dem Wochenmarkt Unterschriftenaktionen und Flyer. Zur Veranschaulichung baumelte an einem Galgen ein Strick neben dem Stand.

Yew Wah betreffend, will die Ortsgruppe an 15 malaysische Abgeordnete und an den dortigen König schreiben. Im Iran habe Amnesty International mit dieser Methode schon Erfolge feiern können, wie Siemer mitteilt. Am 30. November plant die Papenburger Ortsgruppe zudem mit der Stadt Papenburg in der Nikolaikirche einen themenbezogenen Poetry-Slam zu veranstalten. An diesem Tag wird der Cities-for-Life-Day begangen, der für die Abschaffung der Todesstrafe steht.


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