Auf dem Übungsplatz in Papenburg Pedelecs, E-Tretroller, E-Bike: Verkehrswacht schult Senioren

Von Talea Norda

Alles Übungssache: Verkehrswacht-Vorstandsmitglied Bernhard Braun probiert sich am Elektro-Tretroller.  Foto: Talea NordaAlles Übungssache: Verkehrswacht-Vorstandsmitglied Bernhard Braun probiert sich am Elektro-Tretroller. Foto: Talea Norda

Papenburg. Um im Straßenverkehr schneller voran zu kommen, kommen immer häufiger E-Bikes oder Pedelecs zum Einsatz. Besonders ältere Menschen nutzen diese Geräte, da sie ihnen die Möglichkeit bieten, trotz nachlassender Ausdauer und Kraft, mobil zu bleiben. Um das Fahren sicherer zu machen, bietet die Verkehrswacht Aschendorf-Hümmling auf dem Verkehrsübungsplatz in Papenburg neuerdings die Kurse „Fit mit dem Fahrrad/E-Bike“ an.

„Viele kennen die Unterschiede zwischen S-Pedelec, Pedelec und E-Bike nicht“, sagt Josef Brink, der sich für die Abläufe auf dem Platz verantwortlich zeigt. Viele wissen nach seinen Worten darüber hinaus ebenfalls nicht, wann sie auf Radwegen, wann auf Fußwegen und wann auf der Straße fahren dürfen. Der Kurs richtet sich an Interessierte ab 60 Jahren, dauert etwa vier Stunden und kostet zehn Euro. 

Ein Pedelec ist ein Fahrrad mit Trethilfe. Zusätzlich zum Treten liefert ein durch eine Batterie betriebener Motor eine Unterstützung. Die Motorunterstützung schaltet sich bei spätestens 25 Kilometer pro Stunde ab, daher ist ein Pedelec wie ein Fahrrad zu bewerten und gilt nicht als Kraftfahrzeug. Wie aus einem Flyer der Verkehrswacht hervorgeht, gelten somit die gleichen rechtlichen Vorschriften wie für Fahrräder. 

Wie es in der Broschüre weiter heißt, sind S-Pedelecs und E-Bikes hingegen als Kleinkraft- oder Kraftfahrzeuge zu bewerten. Das Tragen eines Schutzhelmes ist dabei Pflicht. Dazu muss eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichnen vorhanden sein, andernfalls handelt es sich um eine Straftat. Während Pedelecs auf einfachen Radwegen genutzt werden dürfen, sind S-Pedelecs - die bis zu 45 Kilometern pro Stunde schnell werden - auf diesen Wegen gar nicht und E-Bikes nur bei Zeichen „E-Bikes frei“ gestattet. 

Mittlerweile ist auch der elektronische Tretroller im Trend. E-Tretroller gelten Brink zufolge als Kraftfahrzeuge. In Folge sind für diese eine Haftpflichtversicherung und eine Betriebserlaubnis zwingende Voraussetzung für die Nutzung im Straßenverkehr. Zusätzlich dürfen sie erst ab 14 Jahren und ausschließlich auf Radwegen gefahren werden. Ist keine Radwegfläche vorhanden muss die Straße genutzt werden.

Auch dürfen keine weiteren Personen auf dem Roller mitgenommen werden und es gelten die gleichen Promillegrenzen wie beim Autofahren. Beim Fahren ohne Versicherungsschutz oder mit einem Promillewert von 1,1 handelt es sich um eine Straftat. Alle weiteren Verstoße werden mit einem Bußgeld von bis zu 500 Euro bestraft.

Zusätzlich zu dem Kurs „Fit mit dem Fahrrad/E-Bike“ bietet die Verkehrswacht Aschendorf-Hümmling auf ihrem Übungsplatz an der Carl-Benz-Straße am Papenburger Obenende den Kurs „Fit im Auto“ für Senioren ab etwa 65 Jahren an. Viele Senioren seien aus der Übung, wenn sie zum Beispiel nach Operationen und Reha für längere Zeit ihr Auto nicht mehr benutzt haben, so Brink.

Um den Senioren die Möglichkeit zu geben, ihr Können hinter dem Steuer im eigenen Auto zu testen, bietet die Verkehrswacht diesen Kurs an. Auf dem Übungsplatz kann das richtige Bremsen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten, das Einparken aber auch die Reaktionsgeschwindigkeit getestet und geübt werden. Außerdem fahren die Teilnehmer mit einem Fahrlehrer auch im öffentlichen Raum und erfahren so, was im Straßenverkehr beachtet werden sollte.

Weitere Informationen zu den Kursen der Verkehrswacht und Anmeldung bei Josef Brink unter Telefon 017599271401.


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