Gastspielreihe des Bremer Musikfestes Hochkarätiger Jazz in der Papenburger Kesselschmiede

Von Philipp Helm

Die Techniker zauberten ein großartiges Leuchtspektakel um (von links) Benjamin Traerup, Indra Rios-Moore, Thomas Sejthen und Anders Vestergaard. Foto: Philipp HelmDie Techniker zauberten ein großartiges Leuchtspektakel um (von links) Benjamin Traerup, Indra Rios-Moore, Thomas Sejthen und Anders Vestergaard. Foto: Philipp Helm

Papenburg. Erstklassigen musikalischen Besuch bekam die Papenburger Kesselschmiede im Rahmen des Musikfestes Bremen: Mit einem Hauch von Jazz hat das Indra Rios-Moore Quartett die alte Industriehalle geflutet.

Die Stimmen der Zuschauer verstummen, als das Quartett die Bühne betritt. Indra Rios-Moore bildet mit ihrem lachsfarbenen Kleid und ihrem glitzernden Schmuck den Mittelpunkt des Geschehens. Mit einem großen Lächeln begrüßt sie die Zuschauer und beweist direkt Humor. “Alles ist in Deutschland organisiert”, bemerkt sie. Ihre Sopranstimme erfüllt die alte Halle, die sich akustisch für langsame Jazzlieder gut eignet. Der Auftritt wird von einem vielfältigen Leuchtspektakel begleitet, das die Songs visuell unterstreicht. Die gespielten Lieder stammen vor allem aus ihren zwei neusten Alben “Heartland” und “Carry My Heart”. 

Besondere Note

Bei der Songauswahl zeigt sie sich vielfältig. Mal sind die Lieder melancholisch und intim, mal energisch und kämpferisch. “Ich singe oft über Tod und Züge”, gibt Rios-Moore zu. Während des Auftritts verweist sie auf die Ursprünge der Lieder, wie dem Film “Frühstück bei Tiffany's” oder auf Musiker wie Curtis Mayfield und Johnny Hartman. Immer wieder werden Bass-Solos als Höhepunkte eingebaut und Saxophonist Benjamin Traerup, Rios-Moores dänischer Ehemann, wechselt zwischendurch zur Klarinette, was dem Abend eine besondere Note gibt. 

Foto: Philipp Helm

Obwohl sie aus schwierigen Verhältnissen stammt, hatte die gebürtige New Yorkerin Rios-Moore schon früh Zugang zur mütterlichen Musiksammlung bestehend aus Jazz-, Soul- und Rockplatten. Durch ein Stipendium des Mannes College of Music bekam sie später schließlich die Möglichkeit, ihre musikalische Ausbildung voran zu bringen. In den Mittelpunkt ihrer Lieder will sie den Menschen und die Liebe stellen, da sie “besessen von der Liebe” sei, wie sie im Interview behauptet. Sie lobt den Nachhall und die Offenheit der Alten Kesselschmiede. 

Fünfteilige Gastspielreihe

Das Konzert wird vom Bund, Landkreis Emsland, Nordmetall und der Meyer Werft gefördert. Papenburg Kultur richtet das Konzert in einer Kooperation mit dem Bremer Musikfest aus, die seit vergangenem Jahr besteht. Es ist der Auftakt für das Jazzabonnement und das zweite Konzert der fünfteiligen Gastspielreihe des Bremer Musikfestes im nördlichen Emsland. Kulturreferent Ansgar Ahlers ist zufrieden mit der Zusammenarbeit: “Wir arbeiten auf jeden Fall weiter daran”, bestätigt er. Auch die Zuschauer sind begeistert von dem Abend. “Die Location und die Musik passen gut zusammen”, findet einer der Besucher.


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