Projekt „Hospiz macht Schule“ Hospizbegleiter gastieren fünf Tage im Papenburger „Stellwerk“

Von pm

Über Ereignisse reden, die oft bei Gesprächen tabu sind: Fünf ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen sprachen mit 18 Teilnehmer des Berufsbildungsbereiches „Stellwerk“ in Papenburg über Tod und Trauer. Foto: Jürgen Eden/Caritas-Werkstätten nördliches EmslandÜber Ereignisse reden, die oft bei Gesprächen tabu sind: Fünf ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen sprachen mit 18 Teilnehmer des Berufsbildungsbereiches „Stellwerk“ in Papenburg über Tod und Trauer. Foto: Jürgen Eden/Caritas-Werkstätten nördliches Emsland

Papenburg. Fünf Hospizbegleiter haben im Rahmen des Projekts „Hospiz macht Schule“ mit 18 Teilnehmern im Berufsbildungsbereich „Stellwerk“ der Caritas-Werkstätten nördliches Emsland in Papenburg über Hospizarbeit gesprochen. An fünf Tagen wurde den Menschen mit geistiger Beeinträchtigung der Umgang mit Tod und Trauer nähergebracht.

Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht: Diese Worte von Marie Curie bildeten so etwas wie den Mantel des Projektes, heißt es in einer Pressemitteilung der Caritas-Werkstätten.

Um die mit unterschiedlichen Emotionen behafteten Themenfelder zu vermitteln, verständigten sich die ehrenamtlichen Helferinnen der Hospizbewegung Papenburg und Umgebung und die Fachkraft aus dem Berufsbildungsbereich auf ein von der Bundeshospizakademie erstelltes Konzept. Dieses umfasst die Kernthemen "Werden und Vergehen", "Krankheit und Leid", "Sterben und Tod", "Vom Traurig sein" und "Trost und trösten".

Der Morgenkreis und ein Lied bildeten als tägliche Rituale den Einstieg in den Tag. Danach begann die inhaltliche Auseinandersetzung in vier Kleingruppen. Als Ausdrucksformen und zur Vermittlung der Inhalte dienten das Malen, Lesen oder Schreiben, vor allem aber die vielen Gesprächsrunden mit den Hospizbegleiterinnen.

Mit einfachen Fragen stellten sie die Empathie her: Was kann mit Oma los sein? Was kann Julia tun? Die Teilnehmer machten sich gemeinsam mit den Helferinnen Gedanken zu diesem Bild. „Es war auch für die fünf Hospizbegleiterinnen eine besondere Herausforderung. Denn eine Interaktion zu diesem Thema hatten sie mit dieser Zielgruppe bisher noch nicht erlebt“, berichtete Christa Bögemann, stellvertretende Vorsitzende der Hospizbewegung Papenburg und Umgebung sowie Koordinatorin und Leiterin der Ortsgruppe Dörpen.

Nachdenken und fragen, antworten und Gefühle ausdrücken – all das wurde den Jugendlichen nach ihren Worten durch eine entsprechende Atmosphäre leicht gemacht. „Auch Teilnehmer, die sonst eher zurückhaltend sind, äußerten sich oft freimütig über das, was sie in ihrem Leben bewegt hat oder immer noch bewegt“, ergänzte Monika Freemann. Sie ist als Fachkraft im „Stellwerk“ tätig und kennt die Teilnehmer sehr genau.

Die Resonanz fiel am Ende sehr positiv aus. Denn im Abschlussgespräch gab es Sätze wie: „Die Woche war oft traurig, aber im Herzen hat sie auch Spaß gemacht“ oder „Könnt ihr nächste Woche bitte wiederkommen“. Für die Hospizhelferinnen Bögemann und Freemann sowie Lilly Abels, Katrin Schimansky und Christa Frericks war es eine sehr arbeitsintensive, aber auch sehr bereichernde Zeit.

Die Hospizbewegung Papenburg und Umgebung mit den Ortsgruppen Dörpen und Aschendorf/Rhede führt dieses Projekt zweimal im Jahr an Grundschulen für das 3. oder 4. Schuljahr durch. Außerdem soll im Jahr 2020 wieder ein neuer Ausbildungskurs für Hospizbegleiter stattfinden. Denn für die immer umfangreichere ehrenamtliche Tätigkeit werden in allen Ortsgruppen neue Mitarbeiter gesucht. Interessenten können sich bei Christa Bögemann unter der Telefonnummer 0173 9644393 informieren.


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