Festprogramm am 18. August Grundstein für Kapelle in Tunxdorf-Nenndorf vor 70 Jahren gelegt

Von Luisa Reitemeyer

Die Herz-Mariä-Kapelle in Tunxdorf-Nenndorf feiert in diesem Jahr 70 Jahre Grundsteinlegung. Foto: Luisa ReitemeyerDie Herz-Mariä-Kapelle in Tunxdorf-Nenndorf feiert in diesem Jahr 70 Jahre Grundsteinlegung. Foto: Luisa Reitemeyer

Tunxdorf/Nenndorf. Die Herz-Mariä-Kapelle in Tunxdorf-Nenndorf feiert am Sonntag, 18. August, ihr 70-jähriges Bestehen. Im Jahr 1949 wurde am selben Datum der Grundstein für das Gotteshaus gelegt.

Nach Angaben von Hermann Sürken, Vorsitzender des Kapellenvereins, ist der Ort Tunxdorf nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit Zivilpolen belegt worden, die regelmäßig Gottesdienste im Gebäude der Volksschule ausgerichtet hätten. Nach Abzug der Polen habe sich Sürken zufolge in der Bevölkerung der immer stärker werdende Wunsch entwickelt, eine eigene Kirche im Ort zu errichten. So diente zunächst weiterhin ein Klassenzimmer als Notkapelle. Ende August 1946 sei der Erzpriester Alfred Bienert von den beiden Gemeinden beim Generalvikariat bestellt worden. Dieser habe sich bemüht, den Bau eines Gotteshauses in die Wege zu leiten. 

Kapellenverein gegründet zur Absicherung

Bereits im April 1947 beschlossen die Bürger aus Tunxdorf und Nenndorf nach Worten von Sürken auf einer Generalversammlung den Neubau einer Kapelle. Bis zum Jahr 1948 sammelten sie freiwillige Spenden für den Kirchenbau, die aufgrund der Währungsreform im Juni 1948 entwertet und somit größtenteils verloren gegangen seien, wodurch der Neubau in Frage gestellt wurde. "Aus sogenannten Haftungsgründen und zur Absicherung gründeten die Bürger Ende Januar 1949 den Kapellenverein", erklärt Sürken. 

Seit dem 18. August 1949 steht die Kapelle in auf ihrem Grundstein. Foto: Luisa Reitemeyer

Wenige Monate später habe der Vorstand beschlossen, die Errichtung der Kapelle der Firma Albert Strack in Aschendorf zu übergeben, die letztendlich am 10. Juni des selben Jahres begann. Erzpriester Bienert erlebte den Baubeginn nicht mehr, da er einen Monat zuvor verstarb. Die Einweihung der neuen Herz-Mariä-Kapelle hat Sürken zufolge knapp ein Jahr nach Baubeginn mit Pfarrer Muke stattgefunden. Ab diesem Zeitpunkt öffnete sie an jedem Werk- und Sonntag ihre Tür für den Gottesdienst. Die Kosten für den Bau beliefen sich laut Protokollbuch auf 43.000 Deutsche Mark. 

Der aktuelle Vorstand des Kapellenvereins freut sich auf viele Besucher zur Jubiläumsfeier. Foto: Hermann Sürken

Nach mehrfacher Renovierung wurde unter anderem 1991 eine neue Pfeifenorgel aus Göttingen angeschafft. Im Jahr 2019 wurde der Innenraum der Kapelle neu ausgestrichen. Heutzutage halte der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Aschendorf-Rhede Hermann Prinz jeden zweiten Mittwoch eine Messe in der Kapelle, ebenso wie Pfarrer Walter Südhoff, der einmal pro Monat die Sonntags- und Herz-Jesu-Freitag-Messe zelebriere, teilt Sürken mit. Um den Kirchgarten sorgen sich seinen Angaben nach ehrenamtliche Rentner aus den beiden Dörfern.

Rahmenprogramm der Jubiläumsfeier

Traditionell lädt der Kapellenverein seit Anfang der 1970er Jahre an jedem ersten Sonntag im September zur "Groschenkirmes" ein. Da in diesem Jahr die Grundsteinlegung der Kapelle ihr 70-jähriges Jubiläum feiert, hat der Vorstand eine Vorverlegung des Festes beschlossen. Gestartet wird am 18. August um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Kapelle. Ein Frühschoppenkonzert des Musikvereins Tunxdorf-Nenndorf beim Dorfgemeinschaftshaus schließt sich um 11.30 Uhr an. Zur Stärkung werden beim Mittagessen um 12.30 Uhr Suppen serviert. Anschließend wird in bewährter Weise gemeinsam die "Groschenkirmes" gefeiert. Die Besucher können sich auf eine Tombola mit gesponserten Preisen, verschiedene Spiele der Messdiener und Messdienerinnen, eine Hüpfburg, Selbstgemachtes unterschiedlichster Art der Frauen- und Mutter-Kind-Gruppe sowie Kaffee, Kuchen und weitere Stärkungen freuen. Der erbrachte Erlös diene nach Angaben von Sürken Maßnahmen zur Verschönerung und Erhaltung der Kapelle sowie der "Grünen Kirche", die 2006 während der 72-Stunden-Aktion der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) im Garten der Kapelle errichtet wurde und in der seitdem Naturgottesdienste und Schützenfest-Messen gefeiert werden.


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