Arbeitskreis gewinnt Spendenwettbewerb Papenburger Rotarier feiern mit mehreren Hundert Gästen

Auf der Bühne vor der Alten Kesselschmiede und knapp 600 Partygästen ließ es die "Fats Domino Tribute Band" krachen. Foto: RC PapenburgAuf der Bühne vor der Alten Kesselschmiede und knapp 600 Partygästen ließ es die "Fats Domino Tribute Band" krachen. Foto: RC Papenburg

Papenburg. Mit knapp 600 Gästen haben die Papenburger Rotarier das 50-jährige Bestehen ihres Clubs gefeiert. Den anlässlich des Jubiläums ausgerufenen Spendenwettbewerb gewann der Arbeitskreis „Einander helfen – Menschen mit Downsyndrom und ihre Familien“.

Nach einem kompakten Festakt am Vormittag im Theater auf der Werft hatten die Rotarier am Abend unter dem Motto „Rotary rockt“ zu einer Party mit der Band „Fats Domino Tribute“ vor die Alte Kesselschmiede eingeladen. 

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Mit ihrer Eintrittskarte stimmten die Besucher darüber ab, welche der drei im Rahmen der Ausschreibung „Unsere Spende für Ihr Projekt“ in einer Vorauswahl vom Club nominierten Projekte mit Preisgeldern in Höhe von 7500 Euro, 5000 Euro und 2500 Euro bedacht werden soll. Auf den Plätzen zwei und drei landeten der Soziale Ökohof St. Josef und der Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer. 

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Für die Rotarier war es nach Angaben von Johannes Pott „nicht ganz überraschend“, dass am Ende der Arbeitskreis „Einander helfen“ das Rennen machte. In einer Konzertpause hatten Vertreter aller drei Bewerber Gelegenheit, vor dem Publikum für ihr Projekt zu werben. Dabei wurde Vera Butterweck-Kruse von den 17-jährigen Zwillingen Falk und Fenja Hanneken unterstützt. 

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Während Falk mit Downsyndrom geboren wurde, kam seine Schwester ohne die Chromosomenveränderung zur Welt. „Im Sturm eroberten sie Herzen und Stimmzettel vieler Zuschauer“, berichten die Rotarier. Im Wechsel hatten die Zwillinge klargemacht, was man alles genauso gut wie der jeweils andere Zwilling könne. „Wir alle sind einzigartige Lebewesen, wir alle sind besonders und wir alle sind Menschen und gemeinsam können wir alles schaffen“, sagten sie. Damit unterstrichen sie die Worte Vera Butterweck-Kruse, Mutter einer Tochter mit Downsyndrom, die erklärt hatte, „dass unser Leben zwar anders, aber nicht weniger lustig und spektakulär ist“.

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Die Zweit- und Drittplatzierten freuten sich nach Angaben der Rotarier aufrichtig mit den Siegern. Ohnehin hatte Pott gleich zu Beginn betont: „Hier stehen nur Gewinner auf der Bühne.“

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Dazu zählten auch die Musiker. „Schon als Bluespianist Eric-Jan Overbeek, unter anderem unterstützt von einer sechsköpfigen Bläsergruppe, den zweiten Domino-Song spielte, eroberten die ersten Tänzer den Raum vor der großen Bühne“, berichten die Rotarier. 

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 Und da Hit auf Hit folgte, sei dieser den ganzen Abend über nicht leer geblieben. Bei Songs wie „There Goes My Heart Again“, „Domino Twist“ und „Whiskey Heaven“ sei es fast unmöglich gewesen, nicht mitzuwippen und mitzusingen. Und spätestens bei „Blueberry Hill“ seien Veranstalter und Zuschauer sich einig gewesen, dass man mit dieser Band die richtige Wahl getroffen habe.

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Im Hinblick auf die Spendenaktion merkte Rotary-Präsident Rudolf Abrams zudem begeistert an: „Unsere Idee, auch einmal Einrichtungen in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, die dort vielleicht nicht so wahrgenommen werden, ist mit diesem Gewinner voll aufgegangen.“

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Beim Festakt am Vormittag hatte Abrams mehr als 200 geladene Gäste im Theater begrüßt. Der Präsident erinnerte daran, dass der am 23. Juni 1969 mit 24 Mitgliedern gegründete RC Papenburg aus dem RC Leer hervorgegangen ist. Gründungsbeauftragter sei seinerzeit der damalige Chef der Meyer Werft, Joseph-Franz Meyer, gewesen.

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Abrams mahnte, sich nicht auf dem Erreichen auszuruhen und zitierte seinen rotarischen Freund Franz Guhe in der Festschrift zum Jubiläum: „Das Wichtigste in einem Club sind die Mitglieder.“ Derzeit gehören dem RC Papenburg 44 Mitglieder. Bei einem Durchschnittsalter von derzeit 62 Jahren wolle man sich als „alter Club mit jungen Ideen“ präsentieren, so Abrams. Der RC Papenburg engagiert sich „mit etlichen großen und kleinen Hilfen“ global und lokal. Einnahmen generiert er unter anderem aus (Glüh-)Weinverkauf auf dem Weihnachtsmarkt und dem Stadtfest sowie durch Weihnachtsspenden der Mitglieder.

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Nach Grußworten von Vertretern mehrerer befreundeter Clubs, darunter Leer und Pekela (Niederlande) hielt der künftige Landrat Marc-André Burgdorf den Festvortrag. Sein Thema: das Verhältnis von Kirche und Staat in Deutschland. Historisch-fachwissenschaftlich zeichnete er den die Emanzipation des Staates von der Kirche nach (Aufklärung, Säkularisierung, Investiturstreit), lenkte den Blick aber auch auf das Emsland, das dem heutigen Verhältnis von Kirche und Staat in Deutschland entspreche. Und doch sei die Kirche im Emsland weit mehr als nur religiöser Sinnstifter und nehme viele soziale Aufgaben wahr, die in Freizeit- und Vereinsleben verankert seien.

Die Vorzüge der "Volksfrömmigkeit"

Dass die Zivilgesellschaft im Emsland mit hohem ehrenamtlichen Engagement noch funktioniere, hat Burgdorf zufolge auch mit einer gewissen „Volksfrömmigkeit“ zu tun. „Menschen, die religiös empfinden, engagieren sich überproportional ehrenamtlich“. Der Wert dieses Zusammenhaltes sei in Zahlen nicht zu bemessen.

Für den musikalischen Rahmen während des Festaktes sorgte die „Vereinigte Bläserei“ des Gymnasiums Papenburg und des Mariengymnasiums.

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